Frankfurt a.M., Landau (epd). Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Friedrich Kramer, hat den von US-Präsident Donald Trump eingesetzten „Friedensrat“ kritisiert. Dieser sei bewusst als Konkurrenz zur UN konzipiert und solle den multilateralen, gerechtigkeitsorientierten Ansatz der Vereinten Nationen durch eine klar auf Macht, Geld und Einflussnahme basierende Struktur ersetzen, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) nach Angaben der Evangelischen Friedensarbeit vom Mittwoch auf einer Konferenz im pfälzischen Landau.
Kramer: „Ein solches Gremium, zumal ohne die Einbindung der aktuell in Kriegen und Konflikten betroffenen Gemeinschaften wie die Palästinenserinnen und Palästinenser im Gaza und ohne klare rechtliche Grundlage, dürfte kaum gerechten Frieden gestalten.“ Es werfe vielmehr Fragen nach echter Teilhabe und Anerkennung der Menschenwürde aller Beteiligten auf. Es sei im Moment fast unmöglich, friedenspolitische Überlegungen zur Weltlage anzustellen, „ohne gebannt Trumps Gebaren zu verfolgen“. Genau das bezwecke seine Politik der Brüche, der schnellen, unvorhersehbaren Wendungen.
Kramer warnt vor Resignation
Mit Blick auf einen Vertrauensmangel in die internationale Politik warnte Kramer vor Resignation. Es sei erschreckend, dass die Verunsicherung der internationalen Ordnung nicht mehr nur von Staaten wie Russland oder China befördert würden, sondern auch vom bislang wichtigsten Partner Europas, den USA, sagte der Bischof. Als Beispiel nannte er Ankündigungen von Annexionen in Bezug auf Grönland oder Kanada, verbunden mit der Drohung von hohen Einfuhrzöllen bei Widerständen gegen diese US-Pläne.
Die „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD“ tagt derzeit in Landau in der Pfalz. Sie kam im Januar 2009 zum ersten Mal zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Geleitet wird die Konferenz vom EKD-Friedensbeauftragten Kramer.


