Klingenmünster (epd). Mit einem neuen Hilfsangebot will das Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie am Standort Klingenmünster ab 1. Februar präventiv dazu beitragen, Gewalt und Straftaten von jungen Menschen zu vermeiden. In einer Jugendforensischen Ambulanz erhielten Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, bei denen es aufgrund einer psychischen Erkrankung zu Straftaten kommen könnte, Unterstützung durch Fachkräfte, teilte das Klinikum am Mittwoch mit. Das im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz initiierte und wissenschaftlich begleitete Modellprojekt schließe bundesweit eine Lücke zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Justiz.
Mit dem Schwerpunkt auf Prävention, Früherkennung und therapeutische Intervention soll die Ambulanz nach Informationen der Klinik dazu beitragen, Straftaten, Unterbringungen und Leid für potenziell Betroffene zu vermeiden. Diese benötigten eine möglichst frühzeitige, koordinierte Unterstützung. Zugleich richte sich das Präventionsangebot an bereits straffällig gewordene Jugendliche und Heranwachsende. „Ziel ist es, die Weichen im Leben der betroffenen Kinder und Jugendlichen möglichst frühzeitig in Richtung eines gelingenden, straffreien Lebens zu stellen“, sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD).
Gewaltprävention soll auch mögliche Opfer schützen
„Wir wollen einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten. Dies trägt zum Schutz möglicher Opfer bei und unterstützt Jugendliche, nicht auf die schiefe Bahn zu geraten“, sagte Wolfgang Weissbeck, Leitender Arzt und Unterbringungsleiter im Jugendmaßregelvollzug am Pfalzklinikum. Bisher gebe es für junge Menschen, die erheblich psychisch auffällig oder gewalttätig geworden seien und deren Verhalten eine Straftat wahrscheinlich mache, in Deutschland keine passende psychiatrische Versorgung.


