Katholischer Reformdialog steht vor dem Abschluss

Katholischer Reformdialog steht vor dem Abschluss
Seit 2019 haben Bischöfe und katholische Laien über nötige Konsequenzen aus der Missbrauchskrise beraten. Der mehrjährige Reformdialog endet mit einer letzten Synodalversammlung in Stuttgart.

Frankfurt a.M. (epd). Der katholische Reformdialog „Synodaler Weg“ endet am Wochenende. Die mehr als 200 Delegierten der Synodalversammlung treffen sich in Stuttgart ein letztes Mal, um die Fortschritte bei der Umsetzung der Beschlüsse zu evaluieren. Damit endet ein mehrjähriger Reformprozess, der die Kirche infolge des Missbrauchsskandals aus der Vertrauenskrise führen sollte.

2019 hatten die katholische Deutsche Bischofskonferenz und die Laienorganisation, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, ein Diskussionsforum beschlossen, in dem Bischöfe und Laien gleichberechtigt über nötige Reformen beraten und abstimmen. Zwischen 2020 und 2023 wurden auf fünf Synodalversammlungen 15 Texte mit Reformvorschlägen verabschiedet.

Vorschläge für mehr Gewaltenteilung

Die Texte beinhalten Vorschläge, die die Macht von Klerikern begrenzen sollen - etwa für eine stärkere Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen und ein neues synodales Gremium für Deutschland, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen. Auch im Gemeindeleben sollen Veränderungen sichtbar sein: So wurden Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare angeregt. Zudem sollen auch nicht geweihte Personen, wie Frauen, in katholischen Messen predigen dürfen. Doch viele Beschlüsse seien noch nicht vollständig umgesetzt, kritisieren Reformgruppen und Kirchenbasis.

Kurz vor der letzten Synodalversammlung teilte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, mit, dass er auf eine zweite Amtszeit verzichtet. Bätzing gilt als reformorientiert und ist bei den Mitgliedern des ZdK angesehen. Er ist zugleich auch Präsident des Synodalen Weges, Präsidentin des Synodalen Weges ist die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp. Beide werden die letzte Synodalversammlung gemeinsam leiten. Nicht teilnehmen werden der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, die beide zu den Gegnern des Forums gehören.