Hamburg (epd). Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), weist den Vorschlag des CDU-Wirtschaftsflügels, den grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit abzuschaffen, zurück. „Die CDU ist nicht klug beraten, wenn sie ständig verkündet, dass die Menschen in Deutschland nicht genug arbeiten“, sagte sie dem Magazin „Stern“. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zeigten jeden Tag vollen Einsatz.
Es gebe ganz unterschiedliche Gründe, warum Menschen in Teilzeit gehen, sagte Schwesig. „Und der Staat sollte hier nicht zwischen guten und schlechten Gründen unterscheiden.“ Was man tun könne, sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beziehungsweise Pflege und Beruf zu verbessern. Dann würden sich mehr Menschen für eine Vollzeitstelle entscheiden.
Antrag soll auf CDU-Parteitag eingebracht werden
Der Wirtschaftsflügel der CDU will den grundsätzlichen Rechtsanspruch auf Teilzeit abschaffen. Ein entsprechender Antrag der Mittelstands- und Wirtschaftsunion mit dem Titel „Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit“ soll laut „Stern“ Ende Februar auf dem Bundesparteitag eingebracht werden. Kritik an dem Vorstoß kam auch vom Sozialflügel der Christdemokraten.
In dem Antrag, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, wird gefordert, dass der bisher geltende Rechtsanspruch auf Teilzeit künftig nur bei „Vorliegen einer besonderen Begründung gelten“ solle. Dazu zählten etwa die Erziehung von Kindern, die Pflege Angehöriger oder Weiterbildungen.
Teilzeitquote liegt bei 40 Prozent
Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) war die Teilzeitquote im dritten Quartal 2025 auf 40,1 Prozent gestiegen. Dies liege auch an einem Beschäftigungszuwachs in Branchen „mit einem hohen Teilzeitanteil wie dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht und einem Beschäftigungsrückgang im Verarbeitenden Gewerbe mit einem hohen Vollzeitanteil“, hieß es.


