Zum Jahrestag Gedenken an Opfer der Messerattacke von Aschaffenburg

Zum Jahrestag Gedenken an Opfer der Messerattacke von Aschaffenburg
Die Aschaffenburger Stadtgesellschaft hat bei einer Gedenkfeier an die Messerattacke mit zwei Toten vor einem Jahr erinnert. Ein damals 28-Jähriger hatte am 22. Januar 2025 im Park Schöntal eine Kindergartengruppe angegriffen.
23.01.2026
epd
Von Daniel Staffen-Quandt (epd)

Aschaffenburg (epd). Mit einer bewegenden Gedenkfeier in der evangelischen Christuskirche hat die Aschaffenburger Stadtgesellschaft an das Messerattentat mit zwei Toten und mehreren Verletzten vor einem Jahr erinnert. Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) dankte den Kirchen und der marokkanischen Gemeinde am Donnerstagabend für den Rahmen der Gedenkfeier: „Dieses Miteinander der Religionen zeigt: In unserer Stadt stehen wir zusammen.“ Auch Vertreter der Kirchen und der örtlichen Moscheegemeinde kamen zu Wort.

Der Oberbürgermeister sprach den Angehörigen und Betroffenen erneut sein Mitgefühl aus und dankte abermals den Ersthelfern am Tattag im Park Schönborn sowie den vielen Helfern in den Monaten danach: „Viele von Ihnen tragen Bilder in sich, die sich nicht löschen lassen.“ Minuten der Angst, der Hilflosigkeit und der Überforderung seien das am 22. Januar 2025 gewesen, sagte Herzing: „Wir können diesen Schmerz nicht nehmen. Aber wir können Ihnen sagen: Sie sind nicht allein. Die Stadt steht an Ihrer Seite.“

Bei dem Attentat hatte ein damals 28-jähriger afghanischer Geflüchteter im Park Schöntal eine Kindergartengruppe attackiert und dabei einen zweijährigen marokkanischen Jungen und einen 41-jährigen Deutschen, der der Kindergartengruppe zu Hilfe kommen wollte, tödlich verletzt. Das Landgericht Aschaffenburg hatte im Oktober 2025 entschieden, dass der Mann dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden muss. Ein Gutachter stufte ihn als paranoid schizophren ein.

Dekan Rupp: Fast jeder weiß, wo er vor einem Jahr war

Der evangelische Dekan Rudi Rupp sagte bei der Gedenkfeier: „Fast jeder von uns weiß, wo er oder sie damals vor einem Jahr gewesen ist und wie er diesen 22. Januar 2025 verbracht hat.“ Er bedankte sich bei allen, „die die Bluttat im Schöntal nicht instrumentalisiert haben für eigene und dann leider oft allzu egoistische Motive“. Aschaffenburg bleibe dank der Besonnenheit vieler „ein Synonym für ein schreckliches Attentat“, aber eben auch für Zusammenhalt, Respekt und Vielfalt.

Bereits am Mittag hatte Oberbürgermeister Herzing bei einer Kranzniederlegung am Tatort im Park Schöntal den Zusammenhalt in der Stadt gelobt. Dieser Zusammenhalt sei nicht laut gewesen, aber „er war würdevoll und entschlossen“. Man habe sich auch denen entgegengestellt, die das geschehene Leid „für Spaltung, für Hass und für Hetze“ ausnutzen wollten.