Lippstädter Arzt plant Demo gegen Abtreibungsverbot

Lippstädter Arzt plant Demo gegen Abtreibungsverbot
Nach der Fusion eines evangelischen Krankenhauses mit zwei katholischen Kliniken zum Klinikum Lippstadt sind dort Schwangerschaftsabbrüche untersagt. Der Gynäkologe Joachim Volz scheiterte mit einer Klage, jetzt ruft er zu einer Demo auf.

Hamm, Lippstadt (epd). In seinem Rechtsstreit mit dem Klinikum Lippstadt über die Zulässigkeit von Schwangerschaftsabbrüchen ruft der Gynäkologe Joachim Volz zu einer „Demo gegen das katholische Abtreibungsverbot“ auf. Die für den 5. Februar in Hamm geplante Veranstaltung soll das Verbot medizinisch indizierter Schwangerschaftsabbrüche durch die katholische Kirche in den Mittelpunkt rücken, wie die Organisatoren am Donnerstag mitteilten. Zu der Demonstration unter dem Titel „Meine Hilfe ist weder Mord noch Sünde!“ werden unter anderem die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang und die Ärztin Kristina Hänel aus Gießen erwartet, die sich erfolgreich für die Streichung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche eingesetzt hat.

Das Arbeitsgericht Hamm hatte am 8. August 2025 eine Klage des Chefarztes gegen seinen Arbeitgeber abgewiesen. Volz hatte gegen zwei Weisungen des „Klinikums Lippstadt - Christliches Krankenhaus“ geklagt, die ihm medizinisch induzierte Schwangerschaftsabbrüche sowohl in der Klinik als auch in seiner Bielefelder Privatpraxis untersagen. Beides ist nach Auffassung des Arbeitsgerichts Hamm zulässig (AZ: 2CA 182/24).

Gynäkologe startet Petition und Spendenaktion

Gegen die Entscheidung des Arbeitsgerichts hat der Frauenarzt mittlerweile Berufung beim Landesarbeitsgericht in Hamm eingelegt. Zudem startete er über eine Crowdfunding-Plattform eine Spendenaktion sowie über die Plattform www.innn.it die Petition „Meine Hilfe kann keine Sünde sein!“, die bislang von etwa 300.000 Menschen unterzeichnet wurde.

Hintergrund der Weisung, die Schwangerschaftsabbrüche untersagt, ist die Fusion des evangelischen Krankenhauses in Lippstadt mit dem katholischen Dreifaltigkeits-Hospital und dem Marien-Hospital in Erwitte. Seit März firmieren die Kliniken gemeinsam als „Klinikum Lippstadt - Christliches Krankenhaus“. Der Gesellschaftsvertrag untersagt laut Erzbistum Paderborn Schwangerschaftsabbrüche und assistierten Suizid. Ausgenommen sind Abbrüche in Notfällen, wenn ansonsten Lebensgefahr für die Mutter bestünde.