Der Deutsche Musikrat fordert von den Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft eine Strategie zur Sicherung der Kirchenmusik. Die Kirchenmusik sei eine wichtige Ressource für das kulturelle Leben in Deutschland, sowohl als Impulsgeberin für professionelle künstlerische Entwicklungen, als auch als Fundament der Amateurmusik, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin.
"Besonders im ländlichen Raum stellt sie oft den zentralen Ort kultureller Begegnung dar. Sie wirkt tief in die Gesellschaft hinein, bewahrt wertvolles Kulturgut und vermittelt Glauben", heißt es in einem Positionspapier des Musikrates. Diese Strukturen seien jedoch durch Fachkräftemangel und das Ausbleiben der Unterstützung kirchenmusikalischer Verbände stark gefährdet.
"Kirchenmusik muss zukunftsfähig werden"
"Wir brauchen jetzt ein gebündeltes Engagement der Verantwortlichen in Kirchen und Gesellschaft, um die Kirchenmusik zukunftsfähig zu machen", fügte Musikrat-Präsidentin Lydia Grün hinzu. Der Musikrat biete hierzu seine Mithilfe an. Musikalische Bildung müsse als Kernbestandteil kirchlichen und kirchenmusikalischen Handelns anerkannt und intensiv gefördert werden. Zugleich müssten die Amateurmusik, die Ausbildung sowie die kirchenmusikalischen Verbände unterstützt werden.
Nötig sei auch der Einsatz für den Erhalt und den Ausbau der haupt- und nebenberuflichen Stellen von Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern, so Grün: "Nur so können wir die notwendigen Rahmenbedingungen für eine lebendige Musizierpraxis der Kirchenmusik für die Gesellschaft erhalten." Mit seinem Bundesfachausschuss "Musik in Religionen und Kirchen" sensibilisiere der Deutsche Musikrat für die Wirkungskraft von Musik in sakralen Kontexten und fördere den interreligiösen Dialog.
Einsparungen richten Schaden an
Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen ihre Sorge um die Zukunft von Kirchenmusikern sowie der kirchlichen Musikhochschulen zum Ausdruck gebracht. "Vergleichsweise marginale Einsparungen im Bereich der Kirchenmusik würden einen unverhältnismäßig großen und langfristigen Schaden verursachen", hatte der Vorsitzende Christian Fischer erklärt.


