Sexualisierte KI-Bilder: Informatik-Professor offen für X-Verbot

Sexualisierte KI-Bilder: Informatik-Professor offen für X-Verbot
Der Aachener Informatik-Professor Hoos begrüßt den Vorstoß Großbritanniens zum Verbot der Plattform X. Die missbräuchliche Nutzung der KI Grok für sexualisierte Fake-Bilder sei ein großes Problem.

Aachen (epd). In der Debatte um sexualisierte Bilder auf der Plattform X hat sich der KI-Experte Holger Hoos offen für ein Verbot des Dienstes gezeigt. „Ich persönlich finde es richtig, dass die britische Regierung in Erwägung zieht, die Plattform X ganz zu verbieten und fände es gut, wenn andere europäische Staaten sich anschließen würden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des KI-Centers der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen laut Mitteilung der Universität am Donnerstag. „Der Fall sollte ein Weckruf sein.“

Die Künstliche Intelligenz der Plattform, Grok, steht in der Kritik, weil damit sexualisierte Bilder von real existierenden Frauen und Minderjährigen erstellt wurden. X hat nun angekündigt, dass die Erstellung sexualisierter KI-Bilder realer Menschen eingeschränkt worden sei.

Europa sollte wertebasierte Alternativen aufbauen

Hoos betonte, Europa müsse sich fragen, ob man weiterhin auf fremde Plattformen setzen oder eigene, wertebasierte Alternativen aufbauen wolle. „Hier sollten wir selbstbewusster werden“, betonte der Informatik-Professor, der zur Methodik von KI forscht. KI-Werkzeuge seien mächtig, und ihre freie Verfügbarkeit könne leicht zu Problemen führen.

Manipulierte oder KI-generierte Videos seien mittlerweile so gut, „dass man seinen Augen oft nicht mehr trauen kann“, warnte der Experte. Ähnliches gelte für Stimmen. „Es ist wichtig, wachsam zu sein.“ Mit speziellen KI-Methoden könne man Fakes erkennen. „Ansonsten empfehle ich, auf den gesunden Menschenverstand zu hören und eine gewisse Skepsis an den Tag zu legen“, betonte Hoos. Kritisches Denken sei „wichtiger als jemals zuvor“.

Justizministerin will schärferes Strafrecht

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat kürzlich angekündigt, das Erstellen und Verbreiten von mit KI erzeugten sexualisierten Bildern eindämmen zu wollen. Geplant ist, das Strafrecht nachzuschärfen und Straftatbestände zu schaffen, die das Problem der digitalen Bildmanipulationen gezielt adressieren.