Berlin (epd). Das Grab der 2005 von ihrem Bruder ermordeten Deutsch-Türkin Hatun Sürücü auf dem Landschaftsfriedhof in Berlin-Gatow bleibt bestehen und wird um einen Gedenkstein ergänzt. Die geplante Gedenkstätte solle das Grab dauerhaft sichern und als Ort des Erinnerns sichtbar machen, teilte das Bezirksamt Spandau am Donnerstag mit.
Die 23-jährige Frau war am 7. Februar 2005 von ihrem Bruder in Berlin-Tempelhof auf offener Straße erschossen worden. Der Femizid sollte die Ehre der kurdisch-türkischen Familie wiederherstellen.
„Wir dürfen nicht wegsehen“
Der Spandauer Bezirksstadtrat Thorsten Schatz (CDU) erklärt: „Der Tod von Hatun Sürücü war grausam und hat viele Menschen bis heute tief erschüttert.“ Die Gedenkstätte soll ein Ort stillen Erinnerns werden. „Wir dürfen nicht wegsehen und wir dürfen nicht vergessen“, betonte Schatz.
Nach der Frostperiode im Frühjahr 2026 solle das Grab neu eingefasst und bepflanzt werden. Zusätzlich erhalte es einen Gedenkstein. Erste vorbereitende Maßnahmen seien bereits eingeleitet worden. Dazu gehöre auch die Umbettung an einen neuen Ort innerhalb des Friedhofs. Zuerst hatte der Berliner „Tagesspiegel“ (Donnerstag) darüber berichtet.
Zu einer geplanten Gedenkfeier nach der Umgestaltung wird das Bezirksamt demnach zu einem späteren Zeitpunkt einladen. Auf den landeseigenen Friedhöfen in Berlin gilt in der Regel ein Nutzungsrecht für Gräber von 20 Jahren. Eine Verlängerung ist unter Umständen möglich.


