Berlin, Caracas (epd). Die angekündigte Freilassung politischer Gefangener in Venezuela verläuft laut Menschenrechtlern schleppend. Nach Zählungen der Organisation „Foro Penal“, die in der Nacht auf Montag auf der Internetplattform X veröffentlicht wurden, haben bisher 41 von ihnen die Freiheit erlangt. Insgesamt sitzen laut der Menschenrechtsorganisation noch 779 Menschen aus politischen Gründen in Haft.
Die venezolanische Regierung hatte nach der US-Militärintervention und der gewaltsamen Absetzung von Staatschef Nicolás Maduro angekündigt, eine „große Anzahl“ politischer Gefangener freizulassen. Begründet wurde der Schritt mit einer Bewahrung des „sozialen Friedens“. US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstag über seine eigene Plattform Truth Social, Venezuela habe durch die Freilassung einen Veränderungsprozess „auf große Art und Weise“ gestartet.
Mahnwachen vor Gefängnis
Laut dem venezolanischen Komitee zur Freilassung der politischen Gefangenen harren Dutzende Familienangehörige von Gefangenen vor dem zentralen Gefängnis der Geheimpolizei im Zentrum der Hauptstadt Caracas aus. Sie protestieren mit einer Mahnwache für eine baldige Freilassung ihrer Angehörigen.
Seit 2013 hatte Maduro das Land zunehmend autoritär regiert. Demonstrationen wurden wiederholt brutal niedergeschlagen. Die USA hatten Anfang Januar bei einer Militäroperation Maduro sowie dessen Ehefrau Cilia Flores gefangengenommen und in die USA gebracht, wo sie vor Gericht gestellt werden. Die US-amerikanische Militäroperation war international als völkerrechtswidrig kritisiert worden.
Die US-Regierung wirft Maduro Drogenhandel vor. Mit der Intervention will US-Präsident Donald Trump jedoch auch den Zugang zu venezolanischem Erdöl sichern. Nach der Absetzung Maduros wurde die ehemalige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als amtierende Präsidentin eingesetzt, für die Trump Unterstützung signalisiert hat.


