Caritas: Freiwilligendienste müssen ausgebaut werden

Caritas: Freiwilligendienste müssen ausgebaut werden
Wenn die Bundeswehr wächst, sollen auch die Freiwilligendienste ausgebaut werden. Auf diese politische Zusage pocht Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa.

Berlin (epd). Die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Maria Welskop-Deffaa, dringt darauf, angesichts des neuen Wehrdienstes auch die Stärkung ziviler Dienste im Blick zu behalten. Die Aufstockung der Bundesmittel um 50 Millionen Euro in diesem Jahr sei zwar „ein wichtiges Signal der Regierungskoalition“, sagte sie den Partnerzeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Samstag). Sie verwies allerdings zugleich auf eine Zusage, Freiwilligendienste gerade auch für junge Menschen aus einkommensärmeren Familien zugänglicher zu machen.

Die sozialen Freiwilligendienste werden im Zuge des Aufwuchses der Bundeswehr ausgebaut. Der Bund stellt dafür in diesem Jahr zusätzlich 50 Millionen Euro bereit, ab 2027 dann jährlich 80 Millionen Euro. Mit dem zusätzlichen Geld sollen etwa 15.000 neue Plätze geschaffen werden. Zuletzt leisteten etwa 90.000 Menschen pro Jahr einen Freiwilligendienst.

Kritik an unterschiedlicher Bezahlung

Welskop-Deffaa kritisierte fast 2.000 Euro Unterschied in der monatlichen Bezahlung zwischen zivilen Diensten und Bundeswehr. Die Erhöhung der Bezüge bei der Truppe durch das Wehrdienstmodernisierungsgesetz „verschärft im Hinblick auf das Taschengeld einerseits und den Wehrsold andererseits vorläufig die Ungleichheit zwischen dem freiwilligen Wehrdienst und den Freiwilligendiensten enorm“, sagte sie.

Die Caritas-Präsidentin forderte darüber hinaus einen „Mobilitätszuschuss bis zur Höhe des Deutschlandtickets für alle Freiwilligen“. Wichtig seien zudem Investitionen in das Netz von Trägern der Freiwilligendienste wie Sozialverbände, Jugendclubs und Umweltorganisationen.