Passau (epd). Der Koordinator für internationale Zusammenarbeit beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), Christof Johnen, kritisiert die Mittelkürzungen für humanitäre Hilfe im Bundeshaushalt. „Wir haben nicht nur die Hoffnung, wir haben ganz klar die Erwartung, dass es wieder mehr wird“, sagte Johnen den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Dienstag). „Deutschland wird mit dieser Kürzung seiner Verantwortung nicht gerecht.“
Im Haushalt des Auswärtigen Amts sind für das kommende Jahr 1,05 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe vorgesehen. Das ist die gleiche Summe wie 2025, aber weniger als die Hälfte des für 2024 eingeplanten Budgets von 2,2 Milliarden Euro.
Johnen kritisierte auch die nun angekündigte „Priorisierung“ bei der humanitären Hilfe. Diese Haltung stelle eine Abkehr von den Prinzipien humanitärer Hilfe dar, die sich am Maß der Not und nicht an politischen Interessen zu orientieren habe.
„Wer humanitäre Hilfe nur noch dort leistet, wo unmittelbar deutsche Interessen betroffen sind, der betreibt Etikettenschwindel“, erklärte Johnen: „Dann reden wir von strategischer Hilfe, nicht von humanitärer.“ Schon jetzt fielen ganze Regionen aus der Förderung raus, etwa Lateinamerika, beklagte der DRK-Koordinator.