Köln (epd). Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), warnt angesichts von Mittelkürzungen vor Rückschlägen im weltweiten Kampf gegen die Immunschwächekrankheit HIV/Aids. Seine Sorge sei, „dass wir zurückgeworfen werden über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“, sagte Streeck im Interview der Woche des Deutschlandfunks, das am Sonntag ausgestrahlt wird. Durch die Unterbrechung von Therapien könnten die Infektionszahlen nach oben gehen und auch Todesfälle wieder ansteigen.
Man könne jetzt die Pandemie schon beenden, „indem überall alle Infizierten getestet und behandelt werden“, sagte Streeck, der als Virologe zum HI-Virus geforscht hat. „Dadurch ist die Pandemie eigentlich vorbei. Und darum finde ich diese Unterbrechung wirklich traurig.“ Viren würden nicht an der Grenze haltmachen, betonte er.
Kürzungen unter US-Präsident Trump
Die USA unter Präsident Donald Trump und andere Geberländer haben im laufenden Jahr ihre Zuschüsse für den Kampf gegen HIV/Aids gekürzt oder ganz eingestellt. Auch das UN-Programm Unaids hatte jüngst vor den drastischen Folgen gewarnt. Laut Daten von Unaids lebten 2024 weltweit schätzungsweise 40,8 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion. Es hätten sich 1,3 Millionen Menschen neu mit dem Virus infiziert und rund 630.000 Menschen seien an Aids-bedingten Erkrankungen gestorben.




