Göttingen, Hannover (epd). Im Fall des im Bahnhof Friedland getöteten 16-jährigen Mädchens ist am Freitag ein 31-jähriger irakischer Staatsbürger festgenommen worden. Der Mann sei dringend verdächtig, das Mädchen aus dem thüringischen Heiligenstadt am 11. August vorsätzlich gegen einen mit circa hundert Kilometern pro Stunde durch den Bahnhof fahrenden Güterzug gestoßen und dadurch getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen mit. Der Asylantrag des Beschuldigten sei im Dezember 2022 abgelehnt und die Abschiebung nach Litauen angeordnet worden.
Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) äußerte ihr Bedauern über den Vorfall und erklärte, ihre Gedanken seien bei den Angehörigen und Freunden des Opfers. Es müsse aufgearbeitet werden, warum eine Überstellung in diesem Fall nicht gelungen sei. Zugleich warnte die SPD-Politikerin davor, „diesen schrecklichen Fall zu missbrauchen, um Fremdenfeindlichkeit und Hass zu schüren“.
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, war die Klage des Mannes gegen den negativen Asylbescheid am 10. Februar 2025 zurückgewiesen worden. Die Abschiebeanordnung nach Litauen sei seit dem 18. März vollstreckbar. Da er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte, verbüßte er ab dem 1. Juli eine 20-tägige Ersatzfreiheitsstrafe in Hannover.