Appell: Bundesregierung soll Zerstörung von Verhütungsmitteln stoppen

Appell: Bundesregierung soll Zerstörung von Verhütungsmitteln stoppen

Frankfurt a.M., Hannover (epd). Mit einem Appell an die Bundesregierung wollen Hilfsorganisationen die Zerstörung von Verhütungsmitteln in Millionenwert verhindern. Diese seien ursprünglich für Programme der US-Hilfsagentur USAID in Entwicklungsländern vorgesehen gewesen, schreiben 16 Organisationen an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Außenminister Johann Wadephul (CDU) und Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Nach der Zerschlagung von USAID hat US-Präsident Donald Trump die Vernichtung der Verhütungsmittel im Wert von 9,7 Millionen US-Dollar angekündigt, die sich Berichten zufolge in einem Lager in Belgien befinden.

Angebote von anderen Hilfsorganisationen, die Verteilung der Mittel zur Familienplanung zu übernehmen, seien von den USA abgelehnt worden, schreiben die Unterzeichner des Briefes, darunter „Ärzte ohne Grenzen“, Oxfam, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und Medica Mondiale. Doch die Produkte, von denen viele bis 2027 oder 2031 haltbar seien, würden dringend gebraucht.

Die Vernichtung würde „absehbar zu 362.000 unbeabsichtigten Schwangerschaften, 161.000 ungeplanten Geburten, 110.000 unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen und 718 vermeidbaren Todesfällen von Müttern führen“, heißt es in dem Brief. „Insbesondere in Krisen- und Konfliktregionen führen unbeabsichtigte Schwangerschaften oft zu schwerwiegenden Komplikationen mit Todesfolge.“ Zudem würde mancherorts der bereits bestehende Mangel an Verhütungsmitteln massiv verschärft.

Die Bundesregierung solle ihre diplomatischen Möglichkeiten ausschöpfen, um die geplante Vernichtung essenzieller Gesundheitsprodukte auf europäischem Boden zu verhindern und die Bestände an Länder und Bevölkerungsgruppen mit dem höchsten Bedarf weiterzuleiten. „Eine schnelle Intervention kann verhindern, dass diese dringend benötigten Mittel verloren gehen und so erhebliche gesundheitliche und humanitäre Rückschritte eintreten.“