Kardinal Marx: Reichensteuer riecht nach Klassenkampf

Kardinal Marx: Reichensteuer riecht nach Klassenkampf
Kardinal Reinhard Marx betrachtet Forderungen nach Einführung einer Reichensteuer mit Skepsis. "Der Begriff riecht nach Klassenkampf", sagte der Erzbischof von München und Freising dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Die Grundlinie im Steuersystem müsse sein, "dass die, die mehr haben, auch mehr beitragen müssen", sagte der Sozialexperte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Es reiche aber nicht zu sagen: "Die Reichen haben es ja, von denen können wir es nehmen.""Wir brauchen ein Steuersystem, das effektiv, transparent und nachvollziehbar ist", betonte der Kardinal. Zugleich kritisierte er, dass Vermögende heute oft viele Möglichkeiten hätten, sich durch Schlupflöcher zu entziehen.

Über Forderungen nach einer Vermögensabgabe könne man diskutieren, sagte der katholische Sozialexperte. Das Bundesverfassungsgericht habe eine gut begründete und gestaltete Steuer dieser Art nicht verworfen. Die Einführung eines Mindestlohns ist für den Kardinal "nur eine Notlösung". Mindestlöhne seien "eine Kapitulation unserer sozialen Marktwirtschaft, in der die Tarifparteien dafür Verantwortung tragen, auskömmliche Löhne zu finden", unterstrich Marx. "Wenn der Staat eingreifen muss, ist schon etwas faul", so der Kardinal. Auch eine gesetzliche Regelung der Managergehälter ist für ihn keine Lösung: "Lohnvorschriften zu machen, ist in einer freien Gesellschaft ein Problem. Da bin ich marktwirtschaftlich orientiert", sagte der Münchner Erzbischof.

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