UN-Generalsekretär Guterres prangert Ölmultis an

UN-Generalsekretär Guterres prangert Ölmultis an

Davos, Genf (epd). UN-Generalsekretär António Guterres hat die klimaschädliche Unternehmenspolitik großer Erdölkonzerne angeprangert. Einige Multis hätten die "große Lüge” über ihr Geschäftsmodell verbreitet, sagte Guterres auf dem Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Alpenort Davos.

Bestimmte Hersteller fossiler Brennstoffe seien sich seit den 1970er Jahren durchaus bewusst gewesen, „dass ihr Hauptprodukt unseren Planeten verbrennt“, erklärte Guterres. Bis heute versuchten die Hersteller fossiler Brennstoffe immer noch, die Produktion auszuweiten, obwohl sie genau wüssten, dass dieses Geschäftsmodell mit dem Überleben der Menschheit unvereinbar sei.

Das „Flirten mit der Klimakatastrophe“ komme die Welt teuer zu stehen. In Folge steigender Temperaturen drohten viele Regionen unbewohnbar zu werden. Regierungen und große Unternehmen müssten endlich glaubhafte und transparente Pläne vorlegen, wie sie einen Netto-Null-Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase erreichen könnten.

Hintergrund der Guterres-Äußerungen ist eine Analyse der US-amerikanischen Universität Harvard und des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Danach hätten Klimaszenarien des Ölkonzerns ExxonMobil bereits sehr früh die „globale Erwärmung als Folge des Verfeuerns fossiler Brennstoffe genau vorhergesagt“. Das Unternehmen habe die Risiken der globalen Erwärmung jedoch heruntergespielt.

Das Weltwirtschaftsforum ist eine Lobbyorganisation für große Unternehmen und Plattform zur Anbahnung von Geschäften. Zu dem Jahrestreffen in Davos reisten Wirtschaftslenker, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft an. Am Nachmittag sollte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reden.