Stäblein: Klimawandel braucht mutige Politik

Stäblein: Klimawandel braucht mutige Politik
01.01.2023
epd
epd-Gespräch: Lukas Philippi

Berlin (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, wünscht sich von Politik und Gesellschaft mehr Mut im Kampf gegen den Klimawandel. „Die Klimakatastrophe zu verhindern, ist die Aufgabe unserer Generation“, sagte Stäblein dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit Blick auf das neue Jahr. Die ökologische Herausforderung liege auf der Hand - „und uns allen vor Augen“.

Es seien „riesige und gemeinsame Anstrengungen“ nötig, dies wüssten alle, betonte Stäblein: „Trotzdem scheint es so schwer, in ein wirkliches Umsteuern zu kommen. Hier wünsche ich mir mehr Mut und Entschlossenheit von der Politik.“

Gefordert sei aber die gesamte Gesellschaft, sagte der Bischof: „Was an Transformation ansteht, werden wir in den meisten Herausforderungen nur gemeinsam schaffen. Eine Gesellschaft des Immer-Mehr und des permanenten Wachstums - wir spüren das alle - ist längst an ihre Grenzen gekommen.“ Stäblein betonte: „Weniger wird mehr sein. Was wir haben, gilt es, gerecht zu verteilen.“

Wie in der Ökologie gebe es auch in gesellschaftlichen Zusammenhängen „Kipp-Punkte“, sagte der Bischof: „Wenn Menschen sich zu lange nicht gesehen fühlen, nehmen sie nicht mehr teil, fühlen sich verraten und verlassen.“ Deshalb sei es entscheidend, „dass wir unsere Mitmenschlichkeit, unser Gottvertrauen und unsere Nächstenliebe bewahren“, sagte Stäblein unter Verweis auf die biblische Jahreslosung der christlichen Kirchen für das neue Jahr. Sie stammt aus dem ersten Buch Mose des Alten Testaments und lautet: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“