Anne Chebu
Als Patin sehe ich mich als festes Familienmitglied, obwohl meine Patentöchter und ich nicht blutsverwandt sind. Ich nenne sie immer "meine Nichten" und für unseren Sohn sind es die "Cousinen" oder "Paten-Cousinen".
Da sich ihre Eltern erst kürzlich getrennt haben, ist mir einmal mehr meine wichtige Rolle bewusst geworden. Ich will ein fester Anker in ihrem Leben sein, verlässlich und das für immer. Ich will sie begleiten, ihnen bei allen Problemen zur Seite stehen. Vor allem jetzt in der Pubertät hoffe ich, dass sie wissen, dass sie sich immer an mich wenden können.
Und im schlimmsten Fall der Fälle, an den man nicht mal denken möchte, aber: Sollte den Eltern etwas zustoßen, dann weiß ich, dass ich dann in der Verantwortung stehe mich um die drei Mädchen zu kümmern. Ich kenne sie seit ihrer Geburt und liebe sie von ganzem Herzen.
Katja Eifler
Leider bin ich bisher noch nicht als Patentante auserwählt worden, aber ich habe mir natürlich Gedanken darüber gemacht, als ich einmal gefragt wurde, ob ich es mir vorstellen könne. Ja ich kann und stehe parat, falls meine drei Söhne Kinder bekommen.
Als Patin wäre ich näher als eine Tante und weiter als eine Mutter an dem jeweiligen Täufling dran. Das würde Gespräche auf einer besonderen Grundlage ermöglichen. Vielleicht sogar eine laienhafte Seelsorge. Und mehr Kontakt, da man sich als Patentante auch mal extra verabreden kann, so wie als Oma.
Und ich würde Taufe und Konfirmation ganz besonders miterleben. Das größte Pfund wäre für mich aber die Freude daran, die christlichen Werte an die nächste Generation weitergeben zu dürfen. Mit dem einher geht natürlich auch das gute Gefühl der Zugehörigkeit zu einer großen Gemeinschaft.
Katrin von Bechtolsheim
Meine Patentochter, inzwischen ein Teenager, ist mir lieb und wertvoll. Aus dem Patenjob ist eine verbindliche Freundschaft gewachsen, die von beiden Seiten geschätzt wird. Ich habe zwei Söhne und genieße die plauderige Zeit mit meinem Patenkind oder wenn ich "Mädchensachen" mit ihr machen darf. Sie dagegen schätzt es, wenn sie mit einem Erwachsenen reden kann, der nicht erzieherisch daher kommt. Wir sind auf einer Augenhöhe und ich genieße es unglaublich, diesen jungen Menschen sich entfalten zu sehen.
Bei ihrer Konfirmation stand sie auf dem Altar und hielt eine brennende Rede, die mich bescheiden werden ließ. Sie zeigte ein jugendliches Feuer und eine Haltung, die uns Gäste beeindruckte. Bald brechen wir zu unserer ersten gemeinsamen Reise nach Rom auf. Aufgepasst, ihr Katholiken! Dieses Amt, das wir beide mit Leben beseelen, bereichert mich sehr. Ein geschenktes drittes Kind. Ich freue mich darauf, immer Teil ihres Lebens zu sein.



