Seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland 1,7 Grad wärmer

Seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland 1,7 Grad wärmer

Das zurückliegende Jahr mit neuen Rekorden bei Temperaturen und Sonnenscheinstunden hat Deutschland insgesamt weiter wärmer werden lassen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach mitteilte, ist es hierzulande seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 inzwischen 1,7 Grad wärmer geworden. Die Durchschnittstemperatur lag 2022 bei 10,5 Grad Celsius. Die Erderwärmung schreite nahezu ungebremst voran, erklärte DWD-Vorstand Klima und Umwelt, Tobias Fuchs. Man habe es bisher nicht geschafft, "wirkungsvoll auf die Treibhausgasbremse zu treten".

Das Pariser Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf deutlich unter 2, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. 2021 lag der Temperaturanstieg in Deutschland gegenüber 1881 bereits bei 1,6 Grad. 2022 war es nach Angaben des Wetterdienstes mindestens so warm wie im bisherigen Rekordjahr 2018. Ob es sogar noch wärmer war, werde erst die abschließende Auswertung aller Stationsdaten des nationalen Wetterdienstes Anfang Januar zeigen, hieß es.

Bei der Sonnenscheindauer hat das ablaufende Jahr schon nach jetzigen Daten einen neuen Rekord gebracht. Im bundesweiten Mittel hat die Sonne laut DWD rund 2.025 Stunden geschienen. Das war demnach gut ein Fünftel mehr als in der Vergleichsperiode von 1991 bis 2020.

Die deutschlandweit höchste Tagestemperatur wurde laut Wetterdienst am 20. Juli in Hamburg-Neuwiedenthal gemessen. 40,1 Grad Celsius zeigte die Station an dem Tag an. Den Jahrestiefstwert verzeichnete Heinersreuth-Vollhof (Bayern) am 18. Dezember mit minus 19,3 Grad Celsius.

Die Daten des Wetterdienstes zeigen auch das große Ausmaß der Trockenheit in Deutschland. Im Jahresverlauf seien im Deutschlandmittel rund 670 Liter Niederschläge pro Quadratmeter gefallen. Das waren 15 Prozent weniger als in der Referenzperiode 1961 bis 1990. Das Niederschlagsloch im Sommer bedeutete den Angaben zufolge sogar ein Minus von gut 40 Prozent gegenüber dem Referenzzeitraum. Am wenigsten regnete es in Berlin, danach folgte Brandenburg. Der bundesweit höchste Tagesniederschlag wurde in Babenhausen in Bayern gemessen. Dort fielen am 19. August 112,1 Liter pro Quadratmeter Regen.