Verbraucherzentrale und Sozialverband: 49-Euro-Ticket zu teuer

Verbraucherzentrale und Sozialverband: 49-Euro-Ticket zu teuer

Vor den Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz über das geplante 49-Euro-Ticket am Freitag hat die Verbraucherzentrale Bundesverband ein günstigeres Ticket für den öffentlichen Nahverkehr gefordert. "Ein Ticket für 49 Euro bietet insbesondere für einkommensschwache Haushalte nur einen geringen Anreiz", sagte Verbandschefin Ramona Pop der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitag). Der öffentliche Verkehr müsse "für alle erschwinglich sein". Pop forderte ein bundesweit gültiges 29-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr als "schnelle und wirksame Entlastung in der Breite und zugleich wichtiges Signal für eine Mobilitätswende".

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) erneuerte seine Forderung nach einem günstigeren Angebot für Menschen mit kleinen Einkommen. "Das 49-Euro-Klimaticket ist zwar ein guter Ansatz für die Mobilitätswende, aber nicht für die soziale Teilhabe", sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). "Wir brauchen das 365-Euro-Ticket pro Jahr, monatlich bezahlbar, damit es sich auch Menschen mit niedrigen Einkommen leisten können." Ein Euro pro Tag für Mobilität schone das Portemonnaie und die Umwelt.

Die Verkehrsminister von Bund und Ländern hatten vor einer Woche ein bundesweit gültiges und monatlich kündbares 49-Euro-Ticket als Nachfolgemodell für das auf drei Monate befristete 9-Euro-Ticket auf den Weg gebracht. Allerdings gibt es in der Frage der Finanzierung noch keine Einigung.