Scholz und Faeser reisen zum Finale der Fußball-EM der Frauen

Scholz und Faeser reisen zum Finale der Fußball-EM der Frauen
Der Erfolg der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft der Frauen begeistert nicht nur ein größeres TV-Publikum als früher. Auch deutsche Spitzenpolitiker wollen beim Finale diesmal live dabei sein.

Beim Finale der Fußball-Europameisterschaft der Frauen wird die deutsche Mannschaft in diesem Jahr von Spitzenpolitikern angefeuert. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (beide SPD) wollen zum letzten Spiel der EM nach London reisen. Er freue sich darauf, das deutsche Team am Sonntag "im Traumfinale" gegen die Gastgeberinnen aus England im Wembley-Stadion zu unterstützen, twitterte Scholz in der Nacht zu Donnerstag nach dem Sieg der DFB-Frauen gegen die französischen Fußballerinnen im Halbfinale der EM.

Auch die für Sport zuständige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) werde nach London fahren, um beim Finale live dabei zu sein, berichtete die "Rheinische Post" (Freitag) unter Berufung auf eine Sprecherin. Faeser war bereits am Mittwoch beim Halbfinale live im Stadion dabei.

Scholz ist der erste Kanzler, der ein Finalspiel der deutschen Frauen bei einer internationalen Fußball-Meisterschaft live verfolgt. Seine Vorgängerin Angela Merkel (CDU) besuchte 2011 das Finale der damals in Deutschland stattfindenden Frauen-WM, in dem Japan und die USA gegeneinander antraten.

Scholz hat die Europameisterschaft der Frauen von Beginn an mit öffentlichen Wortmeldungen begleitet und dabei auch auf Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern beim Fußball hingewiesen. Aufsehen erregte er Mitte Juli mit einem Tweet, in dem er die ungleiche Bezahlung von Fußballerinnen und Fußballern kritisierte. "Wir haben 2022. Frauen und Männer sollten gleich bezahlt werden. Das gilt auch für den Sport, besonders für Nationalmannschaften", erklärte Scholz.

Vor jedem Spiel der DFB-Frauen bei der EM ließ Scholz über seine Sprecher oder seine Sprecherin in der regelmäßigen Regierungspressekonferenz der deutschen Mannschaft Wünsche für ein erfolgreiches Spiel ausrichten. Während bei Meisterschaften der Männer prominente Politiker häufig Gast auf der Tribüne sind, sind wichtige Spiele der DFB-Frauen in der Vergangenheit ohne hohen politischen Besuch geblieben. Dabei mangelte es den DFB-Frauen nicht an sportlichem Erfolg: Die Nationalmannschaft gewann bislang zweimal die Fußballweltmeisterschaft und achtmal die EM.

In diesem Jahr stößt der Erfolg der deutschen Fußballerinnen aber offenbar auch in der Bevölkerung auf ein größeres Interesse. Insgesamt 12,19 Millionen Menschen verfolgten am Mittwochabend den 2:1-Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Das Spiel stellte damit nicht nur einen neuen Zuschauer-Rekord bei dieser EM auf, es war zugleich auch das zuschauerstärkste Frauen-EM-Spiel seit 1997, wie das ZDF mitteilte, das das Halbfinale übertragen hatte. Der Marktanteil beim Gesamtpublikum betrug 47,2 Prozent. Das Finale gegen England ist am Sonntag im Ersten zu sehen.