Vorsteher russisch-orthodoxer Auslandskirche verurteilt Ukraine-Krieg

Vorsteher russisch-orthodoxer Auslandskirche verurteilt Ukraine-Krieg

Der kommissarische Leiter der russisch-orthodoxen Auslandskirche, Metropolit Mark, hat den Krieg Russlands gegen die Ukraine scharf verurteilt. "Ich halte diesen Krieg für ein Verbrechen", sagte der Vorsteher der Diözese Berlin und Deutschland dem Wochenendmagazin "Sonntag" der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Russen sollten sich aus der Ukraine zurückziehen: "Und zwar vollkommen."

Der Krieg werde seine Kirche ganz sicher nicht zum Guten verändern, sagte Mark, der mit bürgerlichem Namen Michael Arndt heißt. "Auf beiden Seiten kämpfen Mitglieder unserer Kirche". Das sei herausfordernd und führe in manchen Gemeinden zu Konflikten.

Einerseits helfe die Kirche den ukrainischen Flüchtlingen, sagte der Erzbischof. So unterstützten die Mitglieder mit Dolmetscher-Diensten, Lebensmittelkonvois und Kleidung oder der Unterbringung von mehr als 1.500 Menschen in einem Kloster in der Ostukraine die Menschen. Andererseits hätten viele der Gläubigen Verwandte in Russland, Belarus oder in der Ukraine. "Das berührt unmittelbar, da wir alle in einer Kirche vereint sind."

Mark wurde Mitte Mai in New York von der Bischofssynode zum kommissarischen Leiter der Kirche bestimmt. Die russisch-orthodoxe Kirche im Ausland ist eine selbstverwaltete Kirche innerhalb des Patriarchats in Moskau. Die Diözese von Berlin und Deutschland umfasst nach eigenen Angaben auch Gemeinden in Dänemark. Ihr Sitz befindet sich in München.