Zahl der Verschwundenen in Mexiko übersteigt die 100.000

Zahl der Verschwundenen in Mexiko übersteigt die 100.000
UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Bachelet fordert Wiedergutmachung für die Opfer der Verbrechen. Angehörige befürchten, dass die Dunkelziffer der Verschwundenen weitaus höher liegt als die offizielle Zahl.

In Mexiko ist die Zahl der verschwundenen Menschen auf mehr als 100.000 gestiegen. Dies geht aus der offiziellen Statistik hervor, die seit 1964 erhoben wird. Angehörigen-Organisationen und Menschenrechtler forderten schnelle und effektive Maßnahmen, um die Gewalt und Unsicherheit zu bekämpfen. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, forderte von den Behörden Wiedergutmachung für die Opfer. Die Geißel des Verschwindenlassens sei eine menschliche Tragödie enormen Ausmaßes und müsse entschlossen bekämpft werden , erklärte sie am Dienstag in Genf.

Diese Zahl sei alarmierend, erklärte die "Bewegung für unsere Verschwundenen in Mexiko". Die Regierung müsse endlich eine Strategie zur Suche und Identifizierung von Opfern einführen. Zugleich verwies die Organisation darauf, dass die Zahl des Nationalen Registers nicht konsistent sei. "Unsere Erfahrung zeigt, dass eine große Zahl von Verschwundenen nicht Eingang in das Register findet." Die Angehörigen wüssten, dass die offizielle Zahl viel niedriger sei als die tatsächliche.

Laut der Statistik sind 58 Prozent der Verschwundenen männlich, 42 Prozent weiblich, wie die Zeitung "El Universal" berichtete. Die größten Gruppen sind demnach Männer zwischen 20 und 40 Jahren und Frauen zwischen 15 und 25 Jahren. 16 Prozent der Verschwundenen seien Jungen, Mädchen und Jugendliche, wobei bei Minderjährigen die Zahl der weiblichen Verschwundenen mit 55 Prozent überwiege.

Die zuständige Behörde Mexikos teilte derweil mit, dass ein nationales Such-Programm erarbeitet werde, ebenso wie ein Register von Massen- und illegalen Gräbern und eine nationale Datenbank für forensische Daten. Erst im April hatte das Komitee der Vereinten Nationen gegen erzwungenes Verschwindenlassen die organisierte Kriminalität und staatliche Stellen für die massive Zahl unauffindbarer Menschen verantwortlich gemacht und dringend Maßnahmen gefordert.