Umweltverbände: 40 Prozent der Uran-Importe kommen aus Russland

Umweltverbände: 40 Prozent der Uran-Importe kommen aus Russland

Umweltverbände warnen vor einer zu großen Abhängigkeit Europas von Russland bei Uran und Brennelementen für Atomkraftwerke. Laut dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Uranatlas 2022 stammen etwa 40 Prozent der europäischen Uran-Importe aus Russland und dem mit Russland verbündeten Kasachstan. Das betreffe auch die noch laufenden deutschen Atomkraftwerke.

Der russische Staatskonzern Rosatom hat demnach im internationalen Urangeschäft eine Spitzenposition inne. "Über seine Beteiligungen an Uranminen in Kanada, den USA und vor allem Kasachstan ist Rosatom der zweitgrößte Uranproduzent der Welt", sagte die Referentin für Atom- und Energiepolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Angela Wolff.

Mit 7.122 Tonnen habe das Unternehmen einen Anteil von rund 15 Prozent an der globalen Förderung. Bei der Herstellung von angereichertem Uran, das für den Betrieb von Atomkraftwerken benötigt wird, sei die Abhängigkeit noch größer. Hier komme über ein Drittel des weltweiten Bedarfs von dem russischen Staatskonzern, so Wolff.

Noch stärker ist laut den Verbänden Osteuropa auf russische Brennelemente angewiesen. So könnten 18 Reaktoren in den EU-Ländern Finnland, Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Bulgarien nur mit russischen Brennelementen betrieben werden.

Der erstmals 2019 erschienene Uranatlas umfasst Daten und Fakten zur Atomenergie und ihren Gefahren, von der Uranförderung bis zum Umgang mit dem Atommüll. Herausgeber sind die Nuclear Free Future Foundation gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem BUND, Greenpeace und die Anti-Atomkraft-Organisation "ausgestrahlt".