Kiew im "Belagerungszustand"

Menschen sitzen in einem Bunker in Lwiw (Ukraine).

© Chen Wenxian/XinHua/dpa

Menschen sitzen in einem Bunker in Lwiw. Auch im Westen der Ukraine verstärken sich die Angriffe.

Krieg in der Ukraine
Kiew im "Belagerungszustand"
Russische Truppen ziehen den Ring um die ukrainische Hauptstadt weiter zu. In der Nacht gab es intensive Angriffe, auch auf andere Städte und Regionen des Landes.

Russische Truppen haben in der Nacht ihre Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und Regionen im Westen des Landes verstärkt. Kiew sei in der Nacht aus nördlicher und südlicher Richtung angegriffen worden, berichten Deutschlandfunk, der Spiegel und andere Medien unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Generalstabes. Die Offensive der russischen Armee sei in einigen Bereichen erfolgreich gewesen. Wie das britische Verteidigungsministerium unter Bezug auf Satellitenaufnahmen erklärte, befinde sich der Großteil der russischen Bodentruppen etwa 25 Kilometer vom Zentrum Kiews entfernt.

In Kiew, Lwiw, in Odessa, Charkiw, Tscherkassy und in der Region Sumy heulten die Sirenen, die Menschen seien aufgefordert worden, sich in Schutzräume zu begeben. Neue Satellitenbilder zeigen angeblich, dass russische Militäreinheiten weiter an Kiew heranrücken und aktiv auf Wohngebiete feuern.

Laut dem Präsidentenberater Mychailo Podoljak befinde sich die Hauptstadt inzwischen wie das eingekesselte Mariupol im "Belagerungszustand". Kiew sei "bereit, zu kämpfen" und werde "standhaft bis zum Ende sein", schrieb er auf Twitter.

In der Hafenstadt Mariupol, wo es seit Tagen kein Trinkwasser, kaum noch Lebensmittel und keinen Strom gibt, drohe eine "unvorstellbare Tragödie", erklärte die Organisation "Ärzte ohne Grenzen".

Die ukrainische Regierung hofft darauf, in den nächsten Tagen weitere Fluchtkorridore für Menschen aus den umkämpften Regionen öffnen zu können.

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