Nordkirche testet neue Bestattungsform "Reerdigung"

Nordkirche testet neue Bestattungsform "Reerdigung"

Die evangelische Nordkirche bietet seit Februar in Mölln eine neue Form der Erdbestattung an: die "Reerdigung" (rpt: Reerdigung). Der Körper werde in diesem Prozess innerhalb von 40 Tagen vollständig in fruchtbare Erde transformiert, teilte der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg am Donnerstag mit. Diese werde im Anschluss in einem Grab beigesetzt. Eine "Reerdigung" ermögliche einen nachhaltigeren Umgang mit dem Tod.

Die "Reerdigung" sei eine natürliche ökologische Transformation des Körpers, sagte Pröpstin Frauke Eiben (Ratzeburg). "Sie knüpft an unsere Bestattungsformel 'Erde zu Erde' an. Reerdigung entspricht vollständig dem christlichen Verständnis des ewigen Lebens, das von einer Auferstehung nach dem Tod ausgeht." 40 Tage seien im biblisch-theologischen Kontext eine wichtige Zahl: Sie stehe für Veränderung, Befreiung, Klärung.

Der Körper wird bei diesem Verfahren in einem Gebäude auf dem Friedhof in einem speziellen Edelstahl-Sarg (Kokon) auf einem Bett aus pflanzlichen Materialien wie Blumen, Grünschnitt und Stroh gebettet.

Das Pilotprojekt findet in der Neuen Kapelle der Kirchengemeinde Mölln statt. Beteiligt daran sind die Nordkirche, der Kreis Herzogtum-Lauenburg, der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg und die Gemeinde Mölln sowie die Firma Circulum Vitae (Berlin). Den Angaben nach erfolgte eine Abstimmung mit dem Kieler Sozialministerium.