Moor-Experten warnen vor Verlust von Feuchtgebieten

Moor-Experten warnen vor Verlust von Feuchtgebieten

In den vergangenen 25 Jahren sind nach Angaben von Experten weltweit 35 Prozent der Feuchtgebiete unter anderem durch Verschmutzung, Landwirtschaft und Überfischung weiter zerstört worden. Feuchtgebiete würden dreimal schneller verschwinden als Wälder, teilte das Greifswald Moor Centrum am Donnerstag anlässlich des Welttages der Feuchtgebiete am 2. Februar mit. Den Verlust müssten Aktionen zu Erhalt und Wiederherstellung dringend wettmachen, forderten die Experten.

In diesem Jahr werde der weltweite Tag der Feuchtgebiete erstmals als von den Vereinten Nationen anerkannter internationaler Tag begangen, hieß es weiter. Seit 1997 mache der Tag jährlich am 2. Februar auf die Bedeutung der Feuchtgebiete, unter anderem der Moore und Mangroven, aufmerksam.

Nasse Moore seien Klimaschützer, weil sie in ihren Torfen Kohlenstoff binden, hieß es. Dringe bei der Entwässerung Sauerstoff in den Torf ein, werde der Kohlenstoff als CO2 in die Atmosphäre freigesetzt. Ein Großteil der Moore in Deutschland seien heute entwässert und landwirtschaftlich genutzt. Sie setzen den Angaben zufolge jährlich 53 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente frei und damit knapp sieben Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland.

Im Stadtgebiet von Greifswald liegen etwa 472 Hektar Moore, die laut Greifswald Moor Centrum vornehmlich trockengelegt sind und jährlich etwa 7.600 Tonnen CO2-Äquivalente verursachen. Das sei eine enorme Belastung für die Klimabilanz der Stadt, hieß es. Deshalb habe die Stadt im Oktober 2021 die deutschlandweit erste städtische Moor-Managerin angestellt. So könnten hiesige Moore revitalisiert werden.

Nasse Moore seien wichtig für den Erhalt der Biodiversität, filterten Luft, kühlten die Landschaft, "bieten Puffer bei Überschwemmungen, Raum zur Naherholung und sogar neue Einkommensmöglichkeiten", hieß es. Biomasse von Mooren könne als Bau-, Futter- und Heizmaterial dienen oder als Ersatz für fossilen Torf im Gartenbau.