Holocaust-Überlebende Friedländer mahnt zu Wachsamkeit

Holocaust-Überlebende Friedländer mahnt zu Wachsamkeit

Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer hat mit Blick auf Hass, Rassismus und Antisemitismus zur Wachsamkeit gemahnt. Wohin dies führe, habe sie selbst erleben müssen, sagte die 100-Jährige, die von den Nationalsozialisten im Lager Theresienstadt eingesperrt wurde, am Donnerstag im Europaparlament in Brüssel. Mit großer Sorge sehe sie, dass der Holocaust und der nationalsozialistische Eroberungs- und Vernichtungskrieg in Vergessen gerieten.

Friedländer schilderte in der Ansprache zum Holocaust-Gedenktag, wie sie in Theresienstadt auf Menschen traf, die aus dem Konzentrationslager Auschwitz kamen. Sie seien aus Viehwagons herausgestoßen worden, "man konnte die Lebenden kaum von den Toten unterscheiden. Die Augen lagen tief in den Höhlen, nur die Nasen stachen spitz aus dem Gesicht", sagte Friedländer, die als Einzige ihrer Familie überlebte, nach dem Krieg in die USA ging und später nach Berlin zurückkehrte.

"Menschlichkeit, Toleranz und Respekt sind wichtiger denn je für ein friedliches Miteinander", sagte Friedländer bei der Rede, der die Abgeordneten stehend Beifall spendeten. Neben ihr und Parlamentspräsidentin Roberta Metsola sprachen bei der Veranstaltung auch Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel.