Amokläufer erschießt Frau in Heidelberger Universität

Amokläufer erschießt Frau in Heidelberger Universität

Ein Amokläufer hat am Montag in der Universität Heidelberg eine 23 Jahre alte Frau erschossen und drei weitere Menschen verletzt. Der mutmaßliche Täter, ein 18 Jahre alter Mann, der selbst an der Universität studierte, wurde kurz nach der Tat tot aufgefunden. Sein Motiv war nach Angaben der Polizei zunächst unklar.

Der Amokläufer schoss nach vorläufigen Erkenntnissen während eines Tutoriums in einem Hörsaal der Universität im Stadtteil Neuenheimer Feld mit einer Langwaffe um sich. Die 23-Jährige erlag am Nachmittag in einer Klinik ihrer Verletzungen. Der Täter erschoss sich nach der Tat offenbar selbst.

Polizeipräsident Siegfried Kollmar sagte, der mutmaßliche Täter habe eine Doppelflinte und eine Repetierwaffe wenige Tage zuvor im Ausland erworben. Polizeibekannt sei er nicht gewesen. Auch habe er keinen Waffenschein besessen. Bei der Tat hatte er einen Rucksack mit etwa 100 Schuss Munition dabei. Vor dem Amoklauf habe der aus Mannheim stammende Deutsche eine WhatsApp-Nachricht verschickt, in der er ankündigte, dass nun "Leute bestraft werden" müssten. In der Nachricht legte er auch fest, dass er seebestattet werden wolle.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äußerte sich am Abend nach dem Treffen der Regierungschefs- und chefinnen von Bund und Ländern in Berlin bestürzt über die Tat. "Es zerreißt mir das Herz, eine solche Nachricht zu erfahren", sagte er. Sein Beileid sei bei den Angehörigen, den Opfern und den Studentinnen und Studenten der Universität Heidelberg.

Der Rektor der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Bernhard Eitel, kündigte eine Trauerfeier für das Opfer in der kommenden Woche an. Der badische evangelische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh äußerte sich erschüttert. "Ich trauere um die junge Frau, die getötet wurde, und ihre verzweifelten Angehörigen. Ich bete für die Verletzten und die Angehörigen, die sich um sie sorgen. Ich denke an die Studierenden, die erleiden müssen, wie verletzlich das Leben ist", sagte Cornelius-Bundschuh. Auch der Freiburger Erzbischof Stephan Burger äußerte sich schockiert. "Fassungslos blicken wir in der ganzen Erzdiözese Freiburg nach Heidelberg", teilte der katholische Theologe mit: "Gewalt und Blutvergießen können niemals ein Weg sein, für was auch immer."