Kirchenasylverein warnt vor Abschiebungen nach Rumänien

Kirchenasylverein warnt vor Abschiebungen nach Rumänien

Der kirchliche Flüchtlingshilfeverein Matteo hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) aufgefordert, keine Asylsuchenden mehr nach Rumänien abzuschieben. Auch Abschiebungen nach Bulgarien und Kroatien sollten ausgesetzt werden, heißt es in einem Schreiben des Vereins an die Ministerin, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Wie der Vereinsvorsitzende Stephan Reichel am Freitag in Nürnberg dem epd sagte, wisse er von geplanten Abschiebungen von Flüchtlingen in Bayern nach Rumänien am Montag und Mittwoch kommender Woche.

Der Verein hat in einem Dossier Berichte aus dem Jahr 2021 von betroffenen Flüchtlingen gesammelt - die meisten aus dem Irak, Afghanistan und dem Iran -, die bestätigen, dass gegen sie in Rumänien systematische Gewalt ausgeübt wird. Bei der Festnahme würden die Flüchtlinge immer geschlagen und getreten, heißt es darin. Es gebe Gefängnisse in der Region, in denen die Geflüchteten weiter misshandelt würden, hungern müssten oder in überfüllten verschmutzten Zellen ohne medizinische Versorgung lebten. Die rumänische Polizei unterstütze illegale Pushbacks aus Ungarn und nach Serbien. Auch hier werde mit schwerer Gewalt vorgegangen. "Mir ist kein einziger Fall eines Flüchtlings bekannt, der aus Rumänien kam, der so etwas nicht erlebt hat", sagte Reichel.

Der Verein bereitet nach Reichels Angaben eine Sammelstrafanzeige gegen schon bekannte und noch unbekannte rumänische Täterinnen und Täter bei der Generalstaatsanwaltschaft in Rumänien vor.