Neues Münchner Missbrauchsgutachten wird am Donnerstag vorgestellt

Neues Münchner Missbrauchsgutachten wird am Donnerstag vorgestellt

Am kommenden Donnerstag soll das lange erwartete unabhängige Gutachten der Anwaltskanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Kanzlei habe im Auftrag der Erzdiözese München und Freising "als unabhängige Gutachter die Fälle sexuellen Missbrauchs durch Kleriker sowie hauptamtliche Bedienstete im Zeitraum 1945 bis 2019 untersucht", teilte WSW am Donnerstag auf seiner Internetseite mit. Die Präsentation des Gutachtens findet per Livestream im Internet ab 11 Uhr statt.

Das Erzbistum München und Freising teilte mit, dass es am 27. Januar um 11 Uhr - also eine Woche später - erstmals inhaltlich zum neuen Gutachten Stellung nehmen wird. Das ist der Tatsache geschuldet, dass die Erzdiözese das Gutachten ebenfalls erstmals am kommenden Donnerstag ausgehändigt bekommt, zeitgleich mit der öffentlichen Präsentation. Das Gutachten soll nach epd-Informationen etwa 1.600 Seiten umfassen. WSW bestätigte, dass weder Kardinal Reinhard Marx noch anderen Leitungspersonen das Gutachten oder Auszüge daraus bekannt seien.

Das Gutachten war im Februar 2020 von der Erzdiözese bei WSW in Auftrag gegeben worden. Es soll auch benennen, ob die Verantwortlichen des Erzbistums rechtliche Vorgaben sowie die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz erfüllt und angemessen im Umgang mit Verdachtsfällen und möglichen Tätern gehandelt haben. Der Auftrag umfasst den Zeitraum von 1945 bis 2019. Einen ersten unabhängigen Missbrauchsbericht hatte die Erzdiözese bereits im Dezember 2010 vorgelegt.