Weihnachtsbotschaft macht Hoffnung

Kirchenfenster mit  Weihnachts-Szene im Stall

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Kirchenleitende der EKD mahnen zum zweiten Weihnachtsfest in der Pandemie zu einem respektvollen Umgang miteinander und rufen zu mehr Demut auf.

Theolog:innen
Weihnachtsbotschaft macht Hoffnung
Es ist das zweite Weihnachtsfest in der Corona-Pandemie. Die Bewältigung der Krise verlange viel innere Kraft, doch die Weihnachtsbotschaft biete viel Hoffnung und mahne zu einem respektvollen Umgang miteinander, sagen evangelische Kirchenleitende.

Leitende Geistliche haben zum bevorstehenden Weihnachtsfest zu mehr Demut aufgerufen. "Ich hoffe, dass wir in der gegenwärtigen Verunsicherung durch die Pandemie besonders intensiv mit dem Kern der Weihnachtsbotschaft in Berührung kommen", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Gott komme als verletzliches Kind in die Welt. "Ich hoffe, in ihr steckt eine verwandelnde Kraft, die zum Leben hilft", sagte die westfälische Präses. An Weihnachten feiern Christen weltweit die Geburt Jesu.

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Ralf Meister, sagte, nach einem weiteren von der Pandemie geprägten Jahr seien die Sorgen nicht weniger. Statt sorgenlosen Familienfeiern, übervollen Gottesdiensten und rauschenden Festen zum Jahreswechsel sei auch in diesem Jahr alles kleiner und stiller als erhofft. Mittlerweile habe sich das Wissen um die Verletzlichkeit des Lebens und um die Grenzen der eigenen Macht "tief in uns eingepflanzt", sagte er.

Angesichts aufgeheizter Debatten über den richtigen Umgang mit der Pandemie und zunehmender Proteste gegen Vorsichtsmaßnahmen, inmitten von Aggression, Hass und Erschöpfung, komme die Botschaft von einem Kind, sagte die kurhessische Bischöfin Beate Hofmann in Kassel. "Hier kommt ein Ton in die Welt, der von Liebe spricht, wo Hass regiert, der Frieden bringt, wo Gewalt herrscht, der ins Leben führt, wo der Tod droht." Sie wünsche sich, dass diese Botschaft all jenen, die sich in diesen Tagen empören und streiten, "Herz und Ohr" öffne und ein anderes Miteinander möglich mache.

"Viel innere Kraft und Besonnenheit"

Die seit fast zwei Jahren andauernde Corona-Pandemie fordere "alle sehr", betonte auch der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung in Darmstadt. "Der Stress ist groß, die Nerven liegen blank. Um die Krise zu bewältigen, braucht es viel innere Kraft und viel Besonnenheit. Es braucht viele Menschen, die guten Willens sind." Es gebe Streit darum, wie man sich selbst und andere am besten schützen könne, schrieb Jung. "Aber das Ziel sollte doch klar sein und der Umgang miteinander fair und respektvoll."

Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank Otfried July, rief zu einem respektvollen Miteinander auf. Das Christfest gebe Orientierung: Jeder Mensch werde von Gott wertgeachtet, das sei unverhandelbarer Maßstab des Zusammenlebens, heißt es in der Botschaft, die am Mittwoch verbreitet wurde. Deshalb werde die Kirche ein Gesprächsraum der Orientierung bleiben. "Geimpfte und Ungeimpfte haben die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unter der Weihnachtsverheißung haben sie die Möglichkeit zusammenzubleiben."

Der Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, erinnerte in seiner Botschaft an die Rechte von Kindern. Kinder hätten in den vergangenen Monaten sehr gelitten, erklärte er. Auch wenn ihnen das Coronavirus nicht viel schade, trügen sie doch eine große Last. Auf der Welt gebe es Millionen Kinder, die in den Pandemiemonaten in die Armut abgerutscht seien.

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