Weihnachtspostämter: Kinder wünschen sich Ende der Pandemie

Weihnachtspostämter: Kinder wünschen sich Ende der Pandemie
Mindestens 400.000 Kinderbriefe an den Weihnachtsmann, den Nikolaus oder das Christkind sind in Weihnachtspostfilialen in Brandenburg und Niedersachsen eingetroffen. Ein Wunschzettel hat einen Weg von mehr als 18.000 Kilometern hinter sich.

Sorgen wegen der Corona-Krise haben auch in diesem Jahr die Briefe von Kindern an Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus bestimmt. In etlichen Schreiben hätten sich Jungen und Mädchen das Ende der Pandemie gewünscht, teilte die Deutsche Post am Mittwoch mit. In Deutschlands größter Weihnachtspostfiliale im brandenburgischen Himmelpfort seien in der laufenden Saison inzwischen 320.000 Briefe eingegangen. Die Zahl sei im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben, hieß es. Auch in den Weihnachtspostämtern in Himmelsthür, Himmelpforten und Nikolausdorf lief kurz vor Heiligabend die Beantwortung der Briefe auf Hochtouren.

Rund 15.000 der Briefe in Himmelpfort kamen laut Post aus dem Ausland. Die Spitzenreiter der 58 Herkunftsländer seien China, Polen und Russland. Den weitesten Weg habe mit mehr als 18.000 Kilometern ein Wunschzettel aus Neuseeland zurückgelegt.

Viele Zusendungen hätten auch in diesem Jahr wieder "wahre kleine Kunstwerke" enthalten, hieß es. Darunter seien liebevoll gebastelte und geschmückte Tannenbäume, Rentiere aus Papier, Glitzer-Wunschzettel und Bilder des Weihnachtsmannes. Zu den wichtigsten Wünschen gehörten "Corona soll weg gehen" und weiße Weihnachten. Bei Mädchen stünden Puppen und Spielfiguren, bei Jungen Spielzeugautos und bei älteren Kindern Spielekonsolen und Handys hoch im Kurs.

Im vergangenen Jahr gingen rund 320.000 Briefe aus 62 Ländern in Himmelpfort ein. Nach Anzahl der Zusendungen ist der Ort damit Postangaben zufolge die größte der sieben Weihnachtspostfilialen in Deutschland. Die ersten beiden Briefe an den Weihnachtsmann wurden 1984 zu DDR-Zeiten nach Himmelpfort geschickt.

In Niedersachsen gingen bisher rund 80.000 Briefe in den Postfilialen in Himmelsthür, einem Stadtteil von Hildesheim, in Himmelpforten bei Stade und in Nikolausdorf im Landkreis Cloppenburg ein, wie eine Sprecherin der Deutschen Post, Maike Wintjen, am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte.

In der Weihnachtspostfiliale in Himmelsthür gingen nach Angaben der Post bislang etwa 50.000 Briefe ein, fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. Im bundesweit ältesten Weihnachtspostamt in Himmelpforten beläuft sich die Zahl auf 24.000, in Nikolausdorf auf 6.000. Die Anzahl der Kinder, die bisher geschrieben oder Bilder gemalt haben, liegt indes deutlich höher als die Anzahl der Briefe vermuten lässt. Denn zahlreiche Kitas und Grundschulen verschickten die Wunschzettel der Kinder in Sammelbriefen, erläuterte Wintjen.

Viele Kinder hätten ihre Sorgen um das bevorstehende Weihnachtsfest zum Ausdruck gebracht, sagte Wintjen. "So haben viele Angst davor, dass sie selbst oder nahe Angehörige an dem Coronavirus erkranken können. Wir haben auch Briefe von Kindern erhalten, die gerade selbst erkrankt sind." Die Kinder wünschten sich außerdem Stofftiere, Puppen, Autos und andere Spielzeuge. Auch lebende Tiere, Spielekonsolen, Tablets und Mobiltelefone wurden auf den Wunschzetteln notiert.

Die Deutsche Post unterstützt bundesweit sieben Weihnachtspostfilialen. Neben den drei himmlischen Ämtern in Niedersachsen und dem in Himmelpfort gibt es Filialen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und im Saarland.