Gewalt zwingt UN zur Aussetzung der Hungerhilfe in Nord-Äthiopien

Gewalt zwingt UN zur Aussetzung der Hungerhilfe in Nord-Äthiopien

Das Welternährungsprogramm hat die Verteilung von Lebensmitteln an hungernde Menschen in zwei Städten im Norden Äthiopiens aussetzen müssen. Bewaffnete Männer hätten Lebensmittellager in der Region Amhara geplündert, Mitarbeiter bedroht und somit Hilfsleistungen unmöglich gemacht, sagte der Sprecher des UN-Programms, Tomson Phiri, dem epd am Donnerstag in Genf. In Nordäthiopien herrscht ein bewaffneter Konflikt, der bereits Hunderttausende Menschen zur Flucht gezwungen und eine humanitäre Krise massiv verstärkt hat.

Bei den Plünderern handele es sich möglicherweise um Rebellen aus der Region Tigray, die gegen die Zentralregierung in Addis Abeba kämpfen, sagte der Sprecher. Soldaten der Zentralregierung hätten wiederum drei Lastkraftwagen des WFP beschlagnahmt.

Im Norden Äthiopiens sind laut dem WFP mehr als 9,4 Millionen hungernde Menschen auf humanitäre Unterstützung angewiesen. Die Hungerkrise ist den Angaben nach direkte Folge des bewaffneten Konflikts zwischen den Rebellen aus Tigray und den regulären Streitkräften, der seit November 2020 tobt. Das WFP und andere Hilfsorganisationen beklagen, dass die Regierung immer wieder die Lieferung von humanitären Gütern zu den bedürftigen Menschen behindere.