Äthiopischer Ministerpräsident Ahmed kehrt von Front zurück

Äthiopischer Ministerpräsident Ahmed kehrt von Front zurück

Der äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed ist von seinem Aufenthalt an der Front zurückgekehrt. Ahmed sei wieder in seinem Regierungssitz, erklärte sein Büro am Mittwoch auf Twitter. Der Friedensnobelpreisträger war Ende November an die Front gereist, um die Armee im Kampf gegen die Truppen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) zu unterstützen. Seit mehr als einem Jahr liefern sich Regierungstruppen und Rebellen heftige Kämpfe um die Macht in Nordäthiopien.

Der Konflikt brach im November 2020 in der Region Tigray aus und hat sich seither auf andere Teile des Landes ausgeweitet. Nach einem Vormarsch der TPLF und ihrer Verbündeten im Sommer erklärte die Regierung in den vergangenen Tagen, bedeutende Orte von den Rebellen zurückerobert zu haben, darunter die strategisch wichtigen Städte Dessie und Kombolcha. Der Kampf sei jedoch noch nicht beendet, sagte Ahmed der staatlichen Nachrichtenagentur ENA.

Die Regierung hatte in den vergangenen Monaten unter anderem die Bürger aufgerufen, zu den Waffen zu greifen. Diese Woche ließ sie weiterführende Schulen schließen, damit Schüler und Lehrer die Armee unterstützen können. Der seit 2018 amtierende Regierungschef Ahmed wurde im Jahr 2019 für die Versöhnung mit dem Nachbarland Eritrea und die von ihm angestoßenen politischen Reformen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Seit Beginn des Tigray-Konfliktes geriet er jedoch wegen des brutalen Vorgehens der Armee und seines autoritären Regierungsstils zunehmend in die Kritik.