Corona: Leopoldina fordert Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen

Corona: Leopoldina fordert Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina fordert vor dem Hintergrund des drastischen Anstiegs an Corona-Infektionen eine Impfpflicht und Kontaktbeschränkungen. Ungeimpfte müssten motiviert oder in die Pflicht genommen werden, heißt es in einem am Samstag in Halle veröffentlichten Appell von Wissenschaftlern: "Nur so können die Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft vor weiteren desaströsen Folgen bewahrt werden."

Die Unterzeichner plädierten für Freiheitseinschränkungen wie Impfpflichten und drastischere Kontaktbeschränkungen, da diese offenkundig in Einklang mit Grundwerten stünden, die von der Mehrheit der Bevölkerung aus guten Gründen geteilt würden, hieß es.

Die Unterzeichner, darunter der Leiter der Virologie an der Charité Berlin, Christian Drosten, rufen dazu auf, bis Weihnachten neben Erst- und Zweit-Immunisierungen rund 30 Millionen Drittimpfungen zu ermöglichen. Um mehr Menschen die nötigen Dosen verabreichen zu können, müssten demnach andere medizinische Berufsgruppen wie Apotheker, Amtsärzte, Zahnärzte, Pflegekräfte und Hebammen mit einbezogen werden. Dazu sei gegebenenfalls fachliche und logistische Unterstützung der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks und anderer anerkannter privater Hilfsorganisationen in der Katastrophenvorsorge nötig.

Die 1652 gegründete Leopoldina wurde 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt. Sie hat nach eigenen Angaben 1.600 Mitglieder aus über 30 Ländern und vereinigt so Expertisen aus nahezu allen Forschungsbereichen.