Lehrerverbandschef Meidinger rechnet mit weiteren Schulschließungen

Lehrerverbandschef Meidinger rechnet mit weiteren Schulschließungen

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, rechnet wegen der rasant steigenden Corona-Zahlen wieder mit großflächigeren Schulschließungen. Er gebe nicht mehr viel auf die Versprechen der Politik, die offensichtlich nicht in der Lage gewesen sei, die Warnungen von Experten vor einer vierten Corona-Welle ernst zu nehmen, sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag). Die "Durchseuchung" an Schulen laufe in einigen Regionen bereits auf Hochtouren. "Der Kontrollverlust ist schon da", betonte Meidinger.

Bereits jetzt müssten Schulen wegen Corona-Ausbrüchen geschlossen werden, und in immer mehr Regionen kämen die Gesundheitsämter bei der Kontaktrückverfolgung an Schulen nicht mehr nach und hätten diese bereits eingestellt. Allein in Sachsen seien mehrere Dutzend Schulen geschlossen. Auch die Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen in mehreren Bundesländern sei ja nichts anderes als eine teilweise Schulschließung, sagte Meidinger weiter.

"Angesichts dieser Lage fasst man sich an den Kopf, dass es noch Bundesländer wie NRW gibt, die nicht einmal die Maskenpflicht im Klassenzimmer wieder eingeführt haben", sagte Meidinger. Er appellierte daher an die Bundesländer, an Schulen eine Maskenpflicht einzuführen, Schulpersonal und Schüler mindestens dreimal in der Woche zu testen sowie mehr Raumluftfilteranlagen einzusetzen. Das wirke aber nur, wenn auch außerhalb der Schulen strenge Kontaktbeschränkungen greifen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages bezogen auf 100.000 Einwohner angibt, stieg zuletzt im bundesweiten Schnitt auf den Rekordwert von 419,7, wie das Robert Koch-Institut am Donnerstagmorgen mitteilte.