Prozess zu Gewalttaten im Oberlinhaus wegen Corona vertagt

Prozess zu Gewalttaten im Oberlinhaus wegen Corona vertagt

Die Fortsetzung des Prozesses wegen der Tötung von vier Schwerstbehinderten im Potsdamer Oberlinhaus verzögert sich. Das Landgericht Potsdam sagte am Montag den für Dienstag geplanten zweiten Verhandlungstag kurzfristig ab. Auch die für kommenden Donnerstag und Dienstag nächster Woche geplanten Termine sind dem Gericht zufolge gestrichen. Hintergrund ist nach Angaben des Verteidigers der Angeklagten, Henry Timm, ein Corona-Verdacht.

Die Gewalttat im Potsdamer Oberlinhaus hatte vor sechs Monaten deutschlandweit Entsetzen ausgelöst. Zum Auftakt des Prozesses in der vergangenen Woche berichtete die angeklagte langjährige Mitarbeiterin über ihre psychischen Beeinträchtigungen und angeblichen Personalmangel in der evangelischen Einrichtung. Die 52-jährige Ines R. muss sich wegen Mordes und weiterer Straftaten verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer erheblich verminderten Schuldfähigkeit aus. (AZ: 21 Ks 6/21)

Ines R. soll Ende April mit einem Messer vier schwerstbehinderte Menschen getötet und eine weitere Frau schwer verletzt haben. Sie war noch in der Tatnacht vom 28. auf den 29. April festgenommen und am Folgetag in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden.