"Evakuierte aus Afghanistan sind völlig erschöpft"

Flüchtling Akifallah Wardak berichtet auf dem Frankfurter Flughafen seiner Reise nach Deutschland.

© Frank Rumpenhorst/dpa

Der afghanische Flüchtling Akifallah Wardak berichtete auf dem Frankfurter Flughafen vor Medienvertretern von der Situation in Kabul und seiner Reise nach Deutschland.

Pfarrerin am Flughafen
"Evakuierte aus Afghanistan sind völlig erschöpft"
Flughafenpfarrerin Bettina Klünemann ist besorgt über den Zustand vieler evakuierter Menschen aus Afghanistan, die auf dem Frankfurter Flughafen ankommen. Sie und ihr Team kümmern sich um die bisher rund 3000 Evakuierten.

"Die Menschen sind völlig erschöpft von ihrem Kampf ums Überleben", sagte Bettina Klünemann dem Evangelischen Pressedienst. "Ich bin über jeden froh, der die Ankunftshalle im Terminal 2 betritt." Viele der Geretteten seien verletzt, hätten Schnitte am Körper oder geschwollene Gelenke. Sie würden noch im Terminal ärztlich versorgt, einige müssten direkt ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Auf dem Frankfurter Flughafen kamen laut Klünemann seit dem 20. August rund 3000 Evakuierte aus Afghanistan an. Allein am 24. August seien 660 Menschen von der usbekischen Hauptstadt Taschkent aus in Maschinen der Uzbekistan Airways und der Lufthansa nach Frankfurt ausgeflogen worden.

Großes Augenmerk liege auf der Betreuung der vielen Kinder, sagte die Flughafenpfarrerin. "Wir versorgen die Familien mit Windeln, Feuchttüchern und Stramplern und spielen mit den größeren Kindern, die oft Schreckliches erlebt haben." Auch die Erwachsenen seien sehr dankbar für saubere Kleidung, "denn sie steckten oft acht Tage oder mehr in den selben Klamotten". Solange die Evakuierungsflüge andauerten, seien sie und ihr Team acht Stunden am Tag vor Ort, sagte Klünemann.

Flughafenpfarrerin Bettina Klünemann auf dem Weg durch das Terminal 1 auf dem Flughafen in Frankfurt am Main. (Archivbild)

Bei den Geretteten handele sich um Ortskräfte und ihre Familien, Beschäftigte von Unternehmen und anderen Organisationen unterschiedlichster Nationalitäten sowie Afghanen, die zu ihren Angehörigen nach Deutschland ausreisen durften, erklärte die Pfarrerin. Viele seien bei einem Familienbesuch von dem schnellen Vormarsch der Taliban überrascht worden.

Klünemann und ihr ehrenamtliches Seelsorge-Team arbeiten am Flughafen eng mit den Special Assistant Teams der Lufthansa, dem Flughafenbetreiber Fraport, dem Deutschen Roten Kreuz, der Bundespolizei und der Bundeswehr zusammen. "Wir helfen an den Schnittstellen, vermitteln an andere Organisationen und stehen für Gespräche zur Verfügung", sagte die Pfarrerin.

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