Sozial-Studie: Flüchtlingshelfer finden im Helfen Sinn

Sozial-Studie: Flüchtlingshelfer finden im Helfen Sinn

Das Sozialwissenschaftliche Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland (SI) hat Forschungsergebnisse zum Flüchtlingsengagement vorgestellt. Danach lassen sich Flüchtlingshelfer dem "Wert Offenheit" zuordnen, heißt es in der von der Wirtschaftspsychologin Christel Kumbruck geleiteten Studie "Zivilgesellschaftliches Engagement: Was bewegt Menschen in Deutschland dazu, sich im Rahmen der Flüchtlingsthematik zu engagieren?" Zu dem vom Sozialwissenschaftlichen Institut in Hannover geförderten Projekt fand am Montag eine Online-Tagung statt.

Für Flüchtlingshelferinnen und Flüchtlingshelfer sei der Anreiz, Neues zu lernen und neue Kontakte zu knüpfen, ein starker motivationaler Treiber für ihr Engagement, hieß es weiter. "Sie erleben einen großen Mehrwert durch das Engagement mit Flüchtlingen: Beispiele hierfür sind Sinnerfüllung durch das Helfen und neue kulturelle Eindrücke, ohne dafür reisen zu müssen", erklärte die emeritierte Professorin Kumbruck, die an der Hochschule Osnabrück Wirtschaftspsychologie lehrte, in einem Zeitschriftenbeitrag.

Flüchtlingsskeptikerinnen und Flüchtlingsskeptiker dagegen lassen sich laut Studie dem "Wert Erhaltung" zuordnen: "Ihnen geht es um die Erhaltung der bestehenden Ordnung und Lage. Angetrieben werden sie von der Sorge, dass die Fremden vermehrte Kriminalität, Nichtachtung der staatlichen Ordnung, aber auch Veränderungen der bisher eher deutsch geprägten Alltagskultur mit sich brächten." Mit diesen beiden Werteorientierungen seien unterschiedliche gesellschaftliche Zielvorstellungen verbunden, nämlich eine multikulturelle Gesellschaft im Gegensatz zu einer sogenannten kulturhomogenen Gesellschaft.

Auf der Online-Tagung wurde laut Sozialwissenschaftlichem Institut der Frage nachgegangen, warum sich einige Menschen für die Unterstützung von Flüchtlingen engagieren, während andere sich für die Verschärfung der Flüchtlingspolitik einsetzen. Die Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Kirche wurde den Angaben zufolge moderiert von SI-Institutsdirektor Georg Lämmlin.

Das Sozialwissenschaftliche Institut der EKD ging 2004 aus dem bisherigen Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD in Bochum und dem Pastoralsoziologischen Institut der Landeskirche Hannovers in der Evangelischen Fachhochschule hervor. Es begleitet und kommentiert aktuelle Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft.

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