Fairtrade sieht wachsendes Bewusstsein für fair gehandelte Produkte

Fairtrade sieht wachsendes Bewusstsein für fair gehandelte Produkte
Trotz der Corona-Pandemie ist im vergangenen Jahr der Umsatz von fair gehandelten Produkten wie Kaffee, Tee und Blumen gestiegen. Deutliche Rückgänge gab es dagegen beim Verkauf fairer Kleidung.

Köln/Nairobi. Trotz eines leichten Umsatzrückgangs von fünf Prozent im Jahr 2020 sehen die Verantwortlichen von Fairtrade Deutschland ein wachsendes Bewusstsein für fair produzierte und gehandelte Produkte. Vorstandsvorsitzender Dieter Overath sagte am Mittwoch bei der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Köln: "Wir werden 2021 wieder ein Plus hinbekommen."

Gerade bei jungen Konsumenten habe in der Pandemie die Nachdenklichkeit zugenommen, aber auch das Vertrauen in Fairtrade-Produkte, die in der Regel ökologisch erzeugt sind. Damit sei auch die Bereitschaft gestiegen, den globalen fairen Handel zu unterstützen.

Beim Kaffee gab es laut Overath 2020 einen Zuwachs von sechs Prozent auf 24.000 Tonnen. Damit liegt der Marktanteil für Fairtrade-Kaffee in Deutschland bei fünf Prozent. Auch bei Tee (plus 21 Prozent), Zucker (plus 31 Prozent) sowie Blumen (plus 7 Prozent) gab es Umsatzsteigerungen. Jede dritte Rose in Deutschland trägt demnach das Fairtrade-Siegel. Deutschland sei weltweit das wichtigste Absatzland für Transfair-Produkte.

Der Rückgang bei Bananen um 14 Prozent sei vor allem auf den massiven Preiskampf zurückzuführen, hieß es. Um 30 Prozent gesunken sind die Verkaufszahlen von Textilien mit Fairtrade-Baumwolle.

Nyagoy Nyong'o, Chefin von Fairtrade International, schilderte die katastrophalen Folgen der Corona-Krise für die Bauern in Afrika und Indien. Fairtrade sei eine Antwort auf drei globale Krisen, die eng zusammenhängen: Corona, Klimawandel und soziale Gerechtigkeit.

Die Partnerorganisationen von Fairtrade erhalten außer Mindestpreisen und langfristigen Verträgen auch eine Prämie, die sich an den Verkaufszahlen ihrer Produkte bemisst. "Die Prämie darf in der Pandemie als dringend notwendiger Ausgleich für Einkommenseinbrüche ausgezahlt werden", erklärte Nyong'o. Durch Verkäufe auf dem deutschen Markt seien 38 Millionen Euro an Prämien erwirtschaftet worden. Außerdem stünden 15 Millionen Euro aus einem Corona-Hilfsfonds für Nothilfe zur Verfügung - Geld aus Eigenmitteln des globalen Fairtrade-Netzwerks sowie von weiteren Unterstützern, darunter das Bundesentwicklungsministerium. "Eine halbe Million Menschen in 900 Produzentenorganisationen aus rund 60 Ländern haben bereits davon profitiert - von Atemschutzmasken und Desinfektionsmitteln bis zu Aufklärungskampagnen und Trainings", sagte Nyong'o.

TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland) wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzenten in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair nicht selbst mit Waren, sondern fördert den Vertrieb von fair hergestellten und gehandelten Produkten und Rohstoffen.

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