Mehr Fälle von Kindesmissbrauch im vergangenen Jahr registriert

Mehr Fälle von Kindesmissbrauch im vergangenen Jahr registriert

Die Polizei hat im vergangenen Jahr erneut einen Anstieg von Fällen sexuellen Kindesmissbrauchs verzeichnet. Die am Donnerstag in Berlin vorgestellte Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamtes (BKA) weist für 2020 insgesamt 14.594 Straftaten in dem Bereich aus. Das waren 924 Fälle mehr als 2019, ein Anstieg um knapp sieben Prozent. Bei Verbreitung, Erwerb und Besitz von Missbrauchsdarstellungen mit Kindern gab es einen drastischen Anstieg um 53 Prozent auf 18.761 Fälle. Im Bereich der sogenannten Jugendpornografie nahmen die Straftaten den Angaben zufolge um 56 Prozent zu. Registriert wurden 3.107 Fälle.

Der Bericht erklärt den Anstieg der Fälle vor allem damit, dass inzwischen mehr sexualisierte Gewalt gegen Kinder und mehr Straftaten im Zusammenhang mit Missbrauchsdarstellungen entdeckt werden. Gründe dafür seien die Kooperation mit dem National Center of Missing and Exploited Children (NCMEC) in den USA, anlassunabhängige Internetrecherche sowie intensivere Ermittlungen im Nachgang zu den Verfahren in Lügde, Bergisch Gladbach und Münster, heißt es im Bericht des BKA, der gemeinsam mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz, Baden-Württembergs Ressortchef Thomas Strobl (CDU), vorgestellt wurde.

Seehofer sagte, auch Internetbeschwerdestellen würden dazu beitragen, das Dunkelfeld aufzuhellen. Die Verbreitung pornografischer Schriften sei und bleibe "großes Sorgenkind", sagte Seehofer mit Verweis auf die seit Jahren durch mehr Aufklärung steigenden Fallzahlen.

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