Neuer freiwilliger Wehrdienst startet mit 325 Rekruten

Neuer freiwilliger Wehrdienst startet mit 325 Rekruten
In der Corona-Pandemie wurde die Bundeswehr im Inland zum Helfer für Ämter, Pflegeheime und Impfzentren. Für solche Zwecke sollen junge Menschen künftig gezielt ausgebildet werden. Am Dienstag startete der neue Freiwilligendienst im "Heimatschutz".

Der neue freiwillige Wehrdienst in der Bundeswehr ist am Dienstag mit 325 jungen Rekrutinnen und Rekruten gestartet. Der Dienst solle eine neue freiwillige Möglichkeit schaffen, sich in flexibler Art und Weise für Deutschland einzusetzen, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zum Start in Berlin. Der neue Dienst trägt den Titel "Dein Jahr für Deutschland". Die jungen Männer und Frauen werden für den sogenannten Heimatschutz ausgebildet und nicht im Ausland eingesetzt.

Der normale freiwillige Wehrdienst setzt die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen voraus. Kramp-Karrenbauer erläuterte, dies habe einige davon abgehalten, zur Bundeswehr zu gehen. Die Rekruten im neuen Freiwilligendienst erhielten eine dreimonatige Grund- und eine darauf aufbauende viermonatige Spezialausbildung. Danach sollen sie innerhalb von sechs Jahren fünf weitere Monate bei Reserveübungen oder bei Einsätzen ableisten. Ihr Gehalt beträgt nach Ministeriumsangaben rund 1.400 Euro netto. Die Tage im Reservedienst werden mit mindestens 87 Euro pro Tag vergütet. Insgesamt sollen rund 1.000 Freiwillige pro Jahr im neuen Dienst starten, jeweils mehrere hundert pro Quartal.

Die Wehrdienstleistenden sollen bevorzugt in sogenannten Heimatschutzkompanien in ihrer Region eingesetzt werden. In der Spezialausbildung dieser Menschen geht es zum Beispiel um Objekt- und Brandschutz sowie den Sanitätsdienst. Der Dienst steht Männern und Frauen offen. 16 Prozent der am Dienstag gestarteten Dienstleistenden sind nach Angaben des stellvertretenden Generalinspekteurs der Bundeswehr, Markus Laubenthal, Frauen.

Die Ausgebildeten sollen unter anderem bei Naturkatastrophen, Unglücken oder wie derzeit in einer Pandemie helfen und zivile Institutionen wie die Feuerwehren oder das Technische Hilfswerk unterstützen. In der Corona-Pandemie werden Soldatinnen und Soldaten derzeit unter anderem in Gesundheitsämtern zur Kontaktnachverfolgung, beim Testen in Pflegeheimen oder beim Impfen eingesetzt.

Die Idee des neuen Freiwilligendienstes geht den Angaben zufolge maßgeblich auf den parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Tauber (CDU), zurück. Mit dem Dienstantritt der neuen Wehrdienstleistenden hatte der 46-Jährige, der sich aus gesundheitlichen Gründen vom Amt zurückzieht, am Dienstag seinen letzten Arbeitstag im Ministerium. Er betonte, es gebe auch einen militärischen Bedarf an einer neuen, Struktur des Freiwilligendienstes.

Kramp-Karrenbauer betonte mit Blick auf die zivilen Freiwilligendienste, das neue Angebot der Bundeswehr nehme niemandem etwas weg. Neben den militärischen Freiwilligendiensten gibt es in Deutschland den Bundesfreiwilligendienst, der nach der Aussetzung der Wehrpflicht den Zivildienst in Teilen ersetzen sollte. Daneben gibt es für junge Leute Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ).

Zudem verteidigte die Ministerin den Namen "Heimatschutz". Es sei ein Fehler, diesen Begriff allein Rechten zu überlassen, sagte sie. Um zu vermeiden, dass sich Extremisten für den Dienst bewerben, um eine Ausbildung an der Waffe zu erhalten, müssen die Bewerber Laubenthal zufolge eine Sicherheitsüberprüfung durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD) durchlaufen.

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