UN befürchten Verschärfung der Flüchtlingskrise in Mosambik

UN befürchten Verschärfung der Flüchtlingskrise in Mosambik

Die Vereinten Nationen befürchten eine Verschlimmerung der Flüchtlingskrise im Norden Mosambiks. Bei einer Fortsetzung der Gewalt drohe bis Juni die Zahl der Binnenflüchtlinge auf über eine Million zu steigen, erklärte der Sprecher des Hilfswerks UNHCR, Babar Baloch, am Dienstag in Genf. Bislang seien nahezu 700.000 Menschen vor islamistischem Terror und Kämpfen innerhalb Mosambiks geflohen. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder, viele seien traumatisiert durch den Anblick von Grausamkeiten. Durch Angriffe seien Familien auseinandergerissen worden.

Seit rund drei Jahren terrorisierten Milizen, die als Ableger des "Islamischen Staates" gelten, die Menschen in der nördlichen Provinz Cabo Delgado. Die Gewalt habe das ohnehin harte Los der Menschen in der Region weiter verschlimmert, das von Armut, Hunger und Krankheiten geprägt sei.

Die von den Islamisten eingenommene Stadt Palma in Nord-Mosambik geriet Medienberichten zufolge wieder unter der Kontrolle der Regierung. Die Armee habe die 67.000-Einwohner-Stadt am vergangenen Wochenende vollständig zurückerobert, berichtete die Zeitung "Notícias" unter Berufung auf einen Militärsprecher. Bewaffnete hatten die Stadt am 24. März angegriffen und nach mehreren Tagen erobert.

Das Militär und der Gouverneur von Cabo Delgado, Valgy Tauabo, erklärten, die Bevölkerung könne bald wieder nach Palma zurückkehren. Rund 11.000 Menschen waren laut UNHCR aus der Stadt geflohen, Mosambiks Regierung geht von 30.000 Geflüchteten aus.

Der "Islamische Staat" hatte den Angriff auf Palma für sich reklamiert. Laut IS wurden dabei 55 Soldaten und christliche Bewohner getötet. Die mosambikanische Armee sprach von Dutzenden Toten. Seit 2017 greifen islamistische Kämpfer staatliche Einrichtungen und Siedlungen in Cabo Delgado an.

epd her/bdr nam

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