Bedford-Strohm: Die meisten werden Ostergottesdienste digital feiern

Osterkerze wird entzündet im virtuellen Ostergottesdienst

© epd-bild/Jens Schulze / Getty Images/LeoPatrizi

Heinrich Bedford-Strohm geht davon aus, dass die meisten Gläubigen in diesem Jahr aus Sorge vor einer Corona-Infektion auf den Besuch eines Ostergottesdienstes verzichten und stattdessen digital feiern werden.

Bedford-Strohm: Die meisten werden Ostergottesdienste digital feiern
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rechnet nach eigenen Worten damit, dass die meisten Gläubigen in diesem Jahr aus Sorge vor einer Corona-Infektion auf den Besuch eines Ostergottesdienstes verzichten werden.

Er gehe davon aus, dass die Mehrheit Gottesdienste digital feiern und nicht in die Kirchen kommen werde, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wenn Schutzkonzepte eingehalten würden, sei es aber weiterhin verantwortlich, Gottesdienste auch in Präsenzform zu feiern, betonte Bedford-Strohm. Angesichts steigender Infektionszahlen müsse die Vorsicht aber besonders groß sein.

Als Beispiel nannte der EKD-Ratsvorsitzende die Regelungen in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Hier sollen Gemeinden in Regionen mit einer Inzidenz zwischen 200 und 300 intensiv prüfen, ob ein geplanter Gottesdienst tatsächlich in Präsenz verantwortbar ist. In Gegenden über der 300er-Marke würden dort alle Präsenzgottesdienste abgesagt.

Schnelltests für Mitwirkende

Bedford-Strohm regte darüber hinaus weitere Schutzmaßnahmen an: "Um die Ansteckungsgefahr zu verringern, können die an den Gottesdiensten Mitwirkenden Schnelltests machen - auch dann, wenn der Gottesdienst digital übertragen wird und ohne Gläubige im Kirchenraum stattfindet." Mit Blick auf private Treffen an den Osterfeiertagen sei es wichtig, dass alle verantwortlich handelten: "Sie müssen sich selbst ein Stoppschild hinhalten. Es ist jetzt nicht die Zeit für Umarmungen oder ausgedehnte Familientreffen."

Der Berliner Landesbischof Christian Stäblein hat das Feiern von Präsenzgottesdiensten zu Ostern verteidigt. Die Kirchen hätten in einem Jahr Pandemie "eine Menge Erfahrung gesammelt" mit Hygienekonzepten und Abstandsregeln. Die Religionsfreiheit sei insgesamt ein hohes Gut, "das wir als Gesellschaft miteinander tragen". Diese Freiheit sollte nicht als "Konkurrenzprivileg" gegenüber anderen Beschränkungen diskutiert werden.

Trotz steigender Infektionszahlen will auch die katholische Kirche in Deutschland nicht auf Präsenzgottesdienste zu Ostern verzichten, wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bekräftigte. "Ostern ist das wichtigste Fest der Christinnen und Christen. Da sind Gottesdienste nicht schmückendes Beiwerk, sondern für viele Gläubige zentraler Bestandteil des Festes", sagte er den Zeitungen. Gottesdienste seien in der Krise ein Zeichen gelebter Solidarität.

Der Limburger Bischof versicherte, dass die Gemeinden verantwortlich und aufmerksam mit der Situation umgingen. Es gebe viele Online-Angebote für Gottesdienste und zahlreiche Übertragungen in Fernsehen und Hörfunk. Daneben könnten Präsenzgottesdienste "mit einem Höchstmaß an Vorsicht und unter strikter Einhaltung aller Sicherheits- und Hygienekonzepte" stattfinden. Die Konzepte hätten sich nun bereits seit einem Jahr in den über 10.000 katholischen Pfarrgemeinden bundesweit bewährt. Bätzing appellierte an die Verantwortung der Gläubigen, "diese Maßnahmen uneingeschränkt einzuhalten".

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