Autoren des Kölner Missbrauchsgutachtens bieten Veröffentlichung an

Autoren des Kölner Missbrauchsgutachtens bieten Veröffentlichung an

Die Autoren des vom Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki seit Monaten unter Verschluss gehaltenen Gutachtens zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln haben angeboten, das Papier auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Es sei "unser dringender Wunsch", dass das Gutachten "zeitnah und vollständig veröffentlicht wird", teilte die Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl am Freitag in München mit. Bei einer Veröffentlichung auf der Website bestünden "nach unserer Einschätzung für das Erzbistum Köln keinerlei Haftungsrisiken". Vorwürfe, das Gutachten habe methodische Fehler, wiesen die Juristen zurück.

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchs-Studie der Deutschen Bischofskonferenz im Herbst 2018 hatte Woelki die Münchener Kanzlei mit der Untersuchung für das Erzbistum Köln beauftragt. Die Untersuchung sollte Personal- und sonstige Akten darauf durchleuchten, ob die damaligen Verantwortlichen gegen staatliches oder kirchliches Recht verstoßen haben. Die Veröffentlichung war ursprünglich bereits für März 2020 geplant.

Ende Oktober teilte das Erzbistum schließlich mit, dass das Gutachten wegen methodischer Mängel nicht veröffentlicht werde und die Zusammenarbeit mit der Kanzlei beendet worden sei. Der Kölner Strafrechtsexperte Björn Gercke wurde mit einer neuen Untersuchung beauftragt, er soll sein Gutachten im März vorlegen.

Bei der Entscheidung stützte sich Woelki auf die negative Beurteilung des Münchener Gutachtens durch die Strafrechtsprofessoren Matthias Jahn und Franz Streng. Deren Vorwürfe wies die Kanzlei am Freitag zurück und kritisierte, dass ihr bisher keinerlei Gelegenheit gegeben worden sei, dazu Stellung zu nehmen.

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