"Brot für die Welt" befürchtet Einbußen bei Weihnachtskollekte

"Brot für die Welt" befürchtet Einbußen bei Weihnachtskollekte

Aufgrund der eingeschränkten Weihnachtsgottesdienste befürchtet "Brot für die Welt" Einbußen bei den Spendeneinnahmen in diesem Jahr. "Die Weihnachtskollekte ist ein Fundament unserer Finanzierung", sagte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, der Beilage "Christ & Welt" der Wochenzeitung "Die Zeit". Sie fügte hinzu: "So wie die Lage ist, werden nicht so viele Menschen an Gottesdiensten teilnehmen. Das wird schwierig."

"Brot für die Welt" nimmt nach ihren Angaben durch die Weihnachtskollekte jährlich an die 25 Millionen Euro ein. Insgesamt belaufen sich die Spenden auf etwa 64 Millionen Euro. Ob alternative Angebote für Spenden greifen, müsse sich erst zeigen, sagte Füllkrug-Weitzel. "Bei den Kollekten zur Passionszeit, zu Konfirmationen und Erntedank hatten wir wegen der Einschränkungen bei Gottesdiensten in Deutschland dramatische Einbußen."

Füllkrug-Weitzel berichtete von schweren Auswirkungen der Pandemie in Entwicklungsländern, wo die Menschen keine Reserven und nicht genug Krankenhäuser haben. Zahlreiche Mitarbeiter von Partner-Hilfswerken seien bereits an Covid-19 gestorben. "Wenn ich Vertreter von Partnerorganisationen auf Zoom treffe oder auf Skype, dann sehe ich jetzt, wie schmal sie geworden sind", sagte sie. "Viele Leute hungern einfach. Was werden sie essen zu Weihnachten? Vermutlich wenig."

Das sei in Deutschland unvorstellbar. "Vor allen Dingen deswegen ist es mein schwerstes Weihnachten", sagte die 65-jährige Theologin, die im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen wird. Die schweren Entscheidungen und auch die Einsamkeit wolle sie nicht unterschätzen, die viele in Deutschland aushalten müssten. Aber das Niveau der Probleme sei ein anderes.

Die Armut steige an vielen Orten, und Länder wie Somalia, Sudan, Kenia und Äthiopien seien vom Klimawandel massiv betroffen. Sie litten unter Dürren, Fluten und Heuschrecken. "Oben drauf kommt die Pandemie mit den Lockdown-Maßnahmen, die in Afrika sehr schnell verhängt worden sind. Weil die Länder fast keine Chance haben, die Menschen zu behandeln." In Kenia habe ein Schuljahr lang Ausgangssperre geherrscht. Dadurch hätten die Kinder kein Schulessen bekommen, oft die einzige sichere Mahlzeit.

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