Beauftragter: Luthers Antisemitismus wirkt noch in Teilen der Kirche

Beauftragter: Luthers Antisemitismus wirkt noch in Teilen der Kirche

Der Antisemitismusbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Christian Staffa, sieht in Teilen der Kirche eine weiterbestehende Judenfeindlichkeit. Ein teils dogmatischer und tief verwurzelter Judenhass sei aus seiner Sicht im Antisemitismus des Reformators Martin Luther (1483-1546) begründet, sagte Staffa der in Weimar erscheinenden Mitteldeutschen Kirchenzeitung "Glaube+Heimat" (Ausgabe zum 6. Dezember). Man könne dem nur durch Aufklärung begegnen.

Ein Ansatz sei, "dass wir uns vergegenwärtigen, dass die ersten Christen Juden waren", sagte Staffa, der auch Studienleiter an der Evangelischen Akademie zu Berlin ist. Ein weiterer sei eine reformierte und dialogbasierte Theologenausbildung. Nur so könne man auch Verschwörungserzählungen, wie sie derzeit wieder stark im Umlauf seien, gezielt entgegentreten.

Der kirchliche Antisemitismusbeauftragte plädierte dafür, Weiterbildungsangebote zu schaffen, "die die Offenheit gegenüber unseren jüdischen Wurzeln" in den Blick nehmen. Staffa ist Mitinitiator einer Plakatkampagne, mit der von Januar an die evangelische und die katholische Kirche für den christlich-jüdischen Dialog werben wollen. Kernanliegen der Initiative "#beziehungsweise: jüdisch und christlich - näher als du denkst" sei es zudem, die Gemeinsamkeiten zwischen Juden und Christen in den Festen und im religiösen Leben aufzuzeigen, hieß es Mitte November bei der Vorstellung in Berlin.

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