Kirchliche Hilfswerke eröffnen Weihnachtsaktionen

Kirchliche Hilfswerke eröffnen Weihnachtsaktionen
Der Kampf gegen weltweite Kinderarbeit und die Nöte der Landbevölkerung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Spendenaktionen der kirchlichen Hilfswerke "Brot für die Welt" und Adveniat.

Mit Gottesdiensten haben die kirchlichen Hilfswerke "Brot für die Welt" und Adveniat am Sonntag ihre diesjährigen Weihnachtsaktionen gestartet. Im Fokus der 62. Spendenaktion der evangelischen Organisation "Brot für die Welt", die in Speyer eröffnet wurde, steht das Thema Kinderarbeit. Die 60. Aktion des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat begann mit vier Gottesdiensten im Bistum Würzburg und rückt Nöte und Sorgen der Landbevölkerung in den Blickpunkt. Die Hilfswerke beginnen ihre Weihnachtsaktionen traditionell am ersten Advent.

In dem von der ARD übertragenen Gottesdienst in Speyer rief der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad die Menschen dazu auf, sich besonders für das Recht von Kindern und Jugendlichen auf Bildung einzusetzen. Die Lebenssituation von Kindern, die von der Corona-Krise am härtesten betroffen seien, müsse in armen Ländern dringend verbessert werden, sagte er in seiner Predigt in der Gedächtniskirche der Protestation. Weltweit litten mehr als 150 Millionen Mädchen und Jungen unter Kinderarbeit. Sie schufteten in Bergwerken, Textilfabriken und in der Landwirtschaft.

Das Motto der Aktion lautet "Kindern Zukunft schenken". Dafür sammelt das Hilfswerk im Advent und an Weihnachten Kollekten und Spenden für Projekte, die Kinder vor ausbeuterischer Kinderarbeit schützen und ihnen den Schulbesuch ermöglichen sollen. Gemeinsam mit Adveniat wurde auch die Webseite www.weihnachtskollekten.de freigeschaltet. Im vergangenen Jahr sammelte "Brot für die Welt" insgesamt 64 Millionen Euro für Hilfsprojekte.

Die Präsidentin von "Brot für die Welt", Cornelia Füllkrug-Weitzel, lenkte den Blick im Fürbittengebet auf alle Menschen, die jetzt besonderen Schutz brauchten. "Anderen Zukunft schenken, das heißt: weitergeben, was wir selbst empfangen haben", sagte sie.

Nach Angaben von "Brot für die Welt" ist weltweit fast jedes zehnte Kind zwischen fünf und 17 Jahren von Armut betroffen. Die Corona-Pandemie habe zu einem deutlichen Anstieg der Kinderarbeit geführt, das verstoße gegen die Rechte von Kindern und damit der Menschenrechte.

Der bundesweite Start der Adveniat-Aktion stand unter dem Motto "ÜberLeben auf dem Land" und wurde erstmals dezentral mit vier Gottesdiensten im Bistum Würzburg begangen. Der Würzburger Bischof Franz Jung forderte zum Auftakt weltweite Gerechtigkeit, vor allem für die Menschen in Lateinamerika. "Denn wer Amazonien zerstört, der zerstört die Welt", betonte er laut Adveniat in einem Gottesdienst im unterfränkischen Hofheim. Den Menschen dort werde das Land als Lebensgrundlage durch Enteignung oder Raubbau genommen. Dabei sichere die dort lebende Landbevölkerung letztlich auch unser Überleben, da das Amazonasgebiet unersetzbar für das weltweite Klima sei, sagte Jung.

Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck rief in seiner Predigt zur "Achtsamkeit auf die Opfer der Globalisierung" auf. Zu ihnen gehörten die Menschen auf dem Land in Lateinamerika. Sie mahnten uns, mit der Schöpfung achtsam umzugehen und die Gesetze der Natur und des Menschen in ihrer Ursprünglichkeit zu achten, sagte der Essener Bischof in Stockstadt am Main.

Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz betonte in Hammelburg, in Lateinamerika seien die Folgen der Corona-Pandemie verheerend. Keine der Regierungen habe ein brauchbares Gesundheitssystem aufgebaut, ganz zu schweigen von einer sozialen Absicherung wie in Deutschland. Die Kirche sei oft die einzige Einrichtung, die an der Basis, auch in den kleinsten Dörfern auf dem Land präsent sei.

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